Fliegen mit Säugling: So klappt es!

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Reisen mit Babys ist nicht immer leicht. Lange Autofahrten belasten Kinder mindestens genauso sehr wie ihre Eltern. Doch eine Alternative gibt es: Fliegen. Mit Säugling von Hamburg nach München ist es im Flugzeug kürzer und angenehmer. Was Sie mit „Baby an Bord“ wissen sollten…

Fliegen? Mit Säugling schon früh möglich

Ab wann darf man fliegen mit dem Säugling? Diese Frage ist abhängig von der jeweiligen Airline, mit der Sie reisen wollen. Einige erlauben Passagiere schon ab dem achten Lebenstag. Doch andere Linien nehmen Kinder erst nach ihren ersten 15 Tagen auf der Welt mit. Informieren Sie sich also am besten direkt bei Ihrer Fluglinie darüber, welche Bestimmungen dort für Sie gelten.

Wann man mit Neugeborenen reisen darf, hängt aber auch von Ihnen persönlich ab. Überlegen Sie sich gut, ob Sie sich bereit dazu fühlen, eine Flugreise mit Ihrem Baby anzutreten. Sind Sie eher unsicher oder sehr unruhig und angespannt während des Fluges, kann sich das auf das Baby übertragen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob frühes Fliegen mit dem Säugling gesundheitlich gut ist, dann haken Sie am besten vor dem Flug beim Kinderarzt nach.

Grundsätzlich gilt: nicht mit kranken Babys reisen. Besonders nicht, wenn sie schon vor dem Flug Ohrenschmerzen oder Schnupfen haben. Der ohnehin belastende Kabinendruck würde für kranke Kinder noch mehr Stress und Schmerzen bedeuten.

 

Der natürliche Druckausgleich, wenn Eltern mit Baby fliegen

Der natürliche Druckausgleich, wenn Eltern mit Baby fliegen (#01)

Um den Druckausgleich zu erleichtern, hier ein paar Tipps:

1. Stillen Sie Ihr Kind oder lassen Sie es an der Flasche, dem Schnuller oder einem Finger nuckeln.
2. Schreien mag zwar für Sie und Ihren Sitznachbar unangenehm sein, hilft aber Ihrem Baby unter anderem den Druck auszugleichen. (Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihr Kind gezielt zum Schreien bringen müssen!)

Ticketpreise beim Fliegen mit Säuglingen

Bei der Lufthansa fliegen Kinder unter zwei Jahren auf Strecken innerhalb Deutschlands kostenlos mit. Auf internationale Reisen berechnet die Lufthansa zehn Prozent des regulären Ticketpreises für jeden unter zwei Jahren. Dieses prozentuale Prinzip wenden andere Fluglinien (unter anderem auch schon auf innerdeutschen Flügen) an. Wenden Sie sich deswegen also wieder am besten direkt an die Linie, mit der Sie reisen möchten und prüfen Sie genau.

Fliegen mit Säuglingen: Gepäckpluspunkte

Wie viel Freigepäck pro Kopf beziehungsweise Köpfchen mitgenommen werden darf bestimmt jede Fluglinie selbst. Hier bietet es sich auch wieder an, vorher direkt bei der ausgesuchten Linie nachzufragen, ob man beim Fliegen mit Säugling extra Gepäck ohne Aufpreis mitnehmen darf. Buggies, Kinderwägen und Babybetten dürfen bei den meisten Airlines kostenlos mitgenommen werden. Jedoch kann die erlaubte Anzahl der Gegenstände von Fluglinie zu Fluglinie variieren. Es kann also sein, dass Sie entscheiden müssen, ob der Kinderwagen oder das Kinderbett wichtiger ist. (Kinderbetten bieten wiederum viele Hotels inzwischen kostenlos an.)

Das Bequeme an diesem Entscheidungszwang ist, dass Sie so weniger tragen müssten und eine bequemere Reise hätten. Bei einigen Airlines dürfen Sie außerdem den Buggy bis zum Boarding behalten. Nach der Landung wartet er dann buchstäblich an der Flugzeugtür wieder auf Sie und Ihre Familie. Dieser angenehme Service ist inklusive, wird aber leider nicht von allen Linien angeboten.

So darf das Baby fliegen, liebevoll im Arm vom Papa geschmiegt

So darf das Baby fliegen, liebevoll im Arm vom Papa geschmiegt (#02)

Sicherheit beim Fliegen mit Säuglingen

Die Sicherheitskontrolle wäre der einzige „Boxenstop“, bei dem das Baby aussteigen müsste. Dort wird der Kinderwagen dann zusammengeklappt und mit dem Handgepäck durchleuchtet. Am wichtigsten im Sicherheitsbereich ist, dass die Kinder den Metalldetektor passieren — schlafend auf Mamas oder Papas Arm ist auch erlaubt.

Auch bei den seit 2006 geltenden Flüssigkeitsbeschränkungen ist beim Fliegen mit Säuglingen mehr erlaubt. Zur Erinnerung: Es dürfen nur Flüssigkeiten bis 100 Milliliter in einem transparenten, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit einem Fassungsvermögen von insgesamt einem Liter im Handgepäck mitgeführt werden. Das gilt auch für Babynahrung, also:

  •  Milchpulver
  •  Babynahrung (Achtung: die Hipp-Gläschen sind mit 190g somit schon zu groß!)

 

Klare Vorschriften, was die Menge der Flüssigkeiten angeht

Klare Vorschriften, was die Menge der Flüssigkeiten angeht (#03)

Es gibt aber Ausnahmen! Von diesen Flüssigkeiten dürfen Sie beim Fliegen mit Säugling je bis zu einem Liter mitnehmen:

  •  sterilisiertes Wasser
  •  Muttermilch
  •  Kuhmilch
  •  Soyamilch für Babys

Um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten, gilt außerdem während des Fluges die Anschnallpflicht. Säuglinge haben bis zu ihrem zweiten Lebensjahr keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Sie dürfen stattdessen auf dem Schoß der Eltern mitfliegen und müssen in Europa mit einem so genannten „Loop Belt“, einem Schlaufengurt, gesichert werden. Das ist ein schleifenähnlicher Gurt, der direkt mit dem Anschnallgurt des Erwachsenen verbunden ist, auf dessen Schoß das Baby mitfliegt.

Der TÜV Rheinland empfiehlt alternativ, einen Autokindersitz beim Fliegen mit Säuglingen mitzunehmen und auf einem kostenpflichtigen Extraplatz im Flugzeug festzuschnallen. Doch nicht alle Kindersitze sind automatisch auch flugzeugtauglich. Gekennzeichnet sind sie mit dem Satz „For use in aircraft“. Zum Beispiel sind sowohl Kindersitz „Citi“ von Maxi-Cosi, als auch „Baby Safe Plus“ von Römer darauf geprüft.

Fliegen mit Säugling: Fazit

Das Fliegen mit Säugling ist durchaus machbar, bezahlbar und sicher. Es bleibt nur für Sie persönlich zu entscheiden:
1. Fühlen Sie sich nervlich dazu in der Lage? Denn jede Reise, egal welches Transportmittel, bringt Stresssituationen mit sich.
2. Fühlt sich Ihr Baby dazu in der Lange? Es sollte auf jeden Fall gesund sein. Nehmen Sie zur Sicherheit Nasentropfen oder —spray aus Kochsalzlösung mit. Das befreit die Nasenschleimhäute und hilft den Neugeborenen. Denn die atmen in ihrer ersten Lebensmonaten nur durch die Nase.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: nadezhda1906-#01:juan_aunion-#02: StefanieB-#03: Dvarg

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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