Kajak fahren: Leitfaden & Tipps für Anfänger & Fortgeschrittene

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Kajak fahren: Dieses Hobby wird in Deutschland immer beliebter. Dabei ist es möglich, sich sportlich zu betätigen und die Natur intensiv zu genießen. Dieser Leitfaden gibt Ihnen wertvolle Tipps und zeigt auf, was Sie dabei beachten müssen.

Kajak fahren: Ein immer beliebteres Hobby

Ein Kajak ist ein kleines Boot, das es erlaubt, sportliche Abenteuer zu erleben. Eine Kajaktour bietet sich hervorragend für einen Wochenendausflug an. Wenn Sie einen längeren Urlaub auf diese Weise verbringen wollen, können Sie eine mehrtägige Kajaktour unternehmen. Das stellt ein aufregendes Erlebnis für die ganze Familie dar. Hinzu kommen viele Kajakfahrer, bei denen die sportliche Aktivität im Mittelpunkt steht. Sie messen sich auf kürzeren Wettkampfstrecken mit ihren Mitbewerbern, um zu ermitteln, wer am schnellsten mit diesem Boot unterwegs ist.

Weshalb Touren mit dem Kajak so beliebt sind, liegt auf der Hand. An erster Stelle steht für die meisten Menschen dabei das Abenteuer. Wenn Sie auf einem wilden Fluss oder auf einem großen See mit dem Kajak fahren, dann durchqueren Sie die Wildnis und verbringen Ihre Freizeit fernab von der Zivilisation. Darüber hinaus stellen Kajaktouren ein intensives Naturerlebnis dar. Bei kaum einer anderen Sportart kommen sie so intensiv in den Kontakt mit den Gewässern in der Umgebung. Wenn Sie mit dem Kajak fahren, sorgen Sie außerdem für eine sportliche Betätigung. Auf diese Weise verbringen Sie Ihren Urlaub sehr aktiv. Das ist vorteilhaft für die Gesundheit, für die Fitness und selbstverständlich auch für die Figur.

Die großen Vorteile, die ein Urlaub mit dem Kajak bietet, führen dazu, dass diese Freizeitbeschäftigung immer mehr Anhänger findet. Das wirkt sich auch auf die Anzahl der Mitglieder des Deutschen Kanuverbands aus. Das Kajak stellt dabei eine Unterkategorie dar, sodass sich Kajakfahrer ebenfalls in diesem Verband organisieren. Dieser hat im Moment rund 120.000 Mitglieder. Die unten stehende Tabelle zeigt, dass es hierbei zuletzt leichte Zuwächse gab. In den vorhergehenden Jahren sind die Mitgliederzahlen teilweise noch deutlich stärker angestiegen.

Mitglieder im Deutschen Kanuverband
2016 118.406
2017 119.150

Quelle

Wenn Sie gerne mit dem Kajak fahren, finden Sie dafür innerhalb Deutschlands viele hervorragende Strecken.

Wenn Sie gerne mit dem Kajak fahren, finden Sie dafür innerhalb Deutschlands viele hervorragende Strecken(#01)

Kajak fahren: Optimal für den Urlaub in Deutschland

Wenn Sie gerne mit dem Kajak fahren, finden Sie dafür innerhalb Deutschlands viele hervorragende Strecken. Hier gibt es zahlreiche Flüsse und Seen, die sich für diese Sportart anbieten. Selbst an den Küsten von Nord- und Ostsee können Sie Kajaktouren unternehmen. Der große Vorteil liegt dabei darin, dass Sie einen sehr interessanten und erlebnisreichen Urlaub verbringen können, ohne weit zu reisen. Daher ist nur ein relativ kleines Budget notwendig, wenn Sie im Urlaub Kajak fahren möchten.

Geeignete Routen finden Sie in fast allen Regionen Deutschlands. Ein besonders interessantes Ziel stellt jedoch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern dar. Die Mecklenburgische Seenplatte bietet hervorragende Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen Urlaub mit dem Kajak. Die zahlreichen Seen dieser Region sind häufig sogar untereinander verbunden. Auf diese Weise können Sie weitläufige Gegenden erkunden.

Die Uferlandschaften wirken sehr idyllisch und bieten gute Gelegenheiten für eine angenehme Rast. Allerdings gibt es in diesem Bundesland noch zahlreiche weitere Möglichkeiten. Es ist von mehreren Flüssen durchzogen, die sich ebenfalls für eine Kajaktour anbieten. Wenn Sie auf der Suche nach einem ganz besonderen Erlebnis sind, dann können Sie auch an der Ostseeküste Kajak fahren.

Die folgende Statistik zeigt, dass Meckenburg-Vorpommern mittlerweile das beliebteste Urlaubsziel in Deutschland ist. In den letzten zehn Jahren kam es hier zu einem deutlichen Zuwachs. Ein Grund für diese Entwicklung könnten die hervorragenden Möglichkeiten für Kajaktouren darstellen.

Ziel der Hauptreise deutscher Urlauber (in Prozent)
2008 2018
Deutschland (gesamt) 37,9 33,8
Mecklenburg-Vorpommern 7,3 8,0
Bayern 8,7 7,3
Niedersachsen 4,4 4,4
Schleswig-Holstein 5,8 4,2
Baden-Württemberg 2,9 3,4
Übrige Bundesländer 8,8 6,7

Quelle

Bevor man auf die Techniken für das Kajakfahren eingeht, ist es sinnvoll, diesen Bootstyp zunächst von anderen Arten abzugrenzen.

Bevor man auf die Techniken für das Kajakfahren eingeht, ist es sinnvoll, diesen Bootstyp zunächst von anderen Arten abzugrenzen.(#02)

Kajak, Kanu und Kanadier: Worin bestehen die Unterschiede?

Bevor man auf die Techniken für das Kajakfahren eingeht, ist es sinnvoll, diesen Bootstyp zunächst von anderen Arten abzugrenzen. Das Kajak ist ein kleines Boot mit einem langen und schmalen Rumpf. Es wird mit einem Doppelpaddel angetrieben. Der Fahrer sitzt dabei in Fahrtrichtung im Boot. Der Rumpf ist oben geschlossen. Lediglich für den Einstieg besteht eine kleine Öffnung.

Normalerweise bieten Kajaks Platz für eine oder für zwei Personen. Moderne Ausführungen bestehen häufig aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder aus ähnlichen Werkstoffen. Ursprünglich kamen für den Bau jedoch ganz andere Materialien zum Einsatz. Bei Kajak handelt es sich um ein traditionelles Fortbewegungsmittel der Inuit, die dieses häufig für die Jagd nutzten. Die ursprünglichen Modelle verwendeten ein Gerüst aus Holz oder aus Knochen. Dieses war mit Tierhäuten bespannt.

Ein anderes Boot, das recht ähnlich aufgebaut ist, ist der Kanadier. Allerdings ist der Rumpf dabei meistens offen. Auch hier gibt es Ausführungen für eine oder für zwei Personen. Beim Kanadier sind jedoch auch größere Bauweisen üblich – beispielsweise für vier Fahrer. Der wesentliche Unterschied zum Kajak besteht darin, dass hierbei ein einfaches Paddel zum Einsatz kommt. Dieses wird steiler in das Wasser eingeführt, sodass es häufig auch als Stechpaddel bezeichnet wird. Die Fahrer knien normalerweise im Boot.

Der Begriff Kanu dient als übergeordnete Kategorie, die Boote umfasst, bei denen die Fahrer sich mit einem Paddel fortbewegen und dabei in Blickrichtung sitzen. Das grenzt diesen Bootstyp von Ruderbooten ab. Hierbei sitzt der Fahrer in der Regel mit dem Rücken zur Fortbewegungsrichtung. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass beim Kanu das Paddel frei geführt wird, während es beim Ruderboot fest mit dem Bootsrumpf verbunden ist. Die wesentlichen Unterkategorien des Kanus sind die eben vorgestellten Bootstypen Kajak und Kanadier.

Ein Seekajak bietet sich an, wenn Sie mit diesem Boot die Küstengewässer erkunden möchten.

Ein Seekajak bietet sich an, wenn Sie mit diesem Boot die Küstengewässer erkunden möchten. (#03)

Kajak fahren: Verschiedene Typen für unterschiedliche Gewässer

Wenn Sie eine Tour mit dem Kajak planen, dann ist es sehr wichtig, einen passenden Typ dafür auszuwählen. Hierbei gibt es erhebliche Unterschiede. Wenn der sportliche Aspekt im Mittelpunkt steht, dann kommt ein Rennkajak zum Einsatz. Dieses ist in der Regel recht klein und leicht. Es zeichnet sich durch eine stromlinienförmige Bauweise aus, die eine schnelle Fortbewegung ermöglicht. Darüber hinaus gibt es spezielle Wildwasserkajaks. Diese sind ausgesprochen robust und sehr wendig.

Für längere Ausflüge mit der Familie stellt jedoch ein Wanderkajak die passende Wahl dar. Dessen Länge beträgt normalerweise zwischen 3,5 und 5,5 Metern. Ein wesentlicher Unterschied zu den sportlicheren Angeboten besteht jedoch in der Breite. Diese liegt hierbei meistens zwischen 50 und 85 Zentimetern. Üblicherweise eignen sich Wanderkajaks für eine oder für zwei Personen. Darüber hinaus gibt es auch 2+1-Ausführungen, in denen zusätzlich ein kleineres Kind Platz findet. Ein weiteres wichtiges Merkmal besteht darin, dass das Wanderkajak viel Raum für das Gepäck bietet. Der Gepäckraum ist in der Regel gut abgedichtet, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Ein Seekajak bietet sich an, wenn Sie mit diesem Boot die Küstengewässer erkunden möchten. Der Aufbau ist dabei recht ähnlich wie bei einem Wanderkajak. Allerdings sind diese Modelle in der Regel etwas länger und schmaler. Das erhöht die Stabilität, wenn man auf eine Welle trifft. Diese Bauform reduziert allerdings die Wendigkeit. Bei der Fahrt auf dem Meer oder auf einem großen See stellt das allerdings kein großes Problem dar, da hierbei nur selten Hindernisse auftreten. Darüber hinaus sind beim Seekajak der Kielsprung sowie die Formen von Bug und Heck auf den Wellengang ausgelegt.

Immer wieder kommt es vor, dass das Kajak während der Fahrt umkippt.

Immer wieder kommt es vor, dass das Kajak während der Fahrt umkippt.(#04)

Tipp für Anfänger: Die richtige Paddeltechnik

Die richtige Paddeltechnik ist sehr wichtig, wenn Sie Kajak fahren möchten. Dabei sollten Sie sich möglichst senkrecht in das Boot setzen. Die Arme sind in einem 90-Grad-Winkel gebeugt sein. Danach führen Sie das Paddel auf der rechten Seite ins Wasser und ziehen es voll durch. Anschließend nehmen Sie es aus dem Wasser und führen eine Drehung des Oberkörpers durch. Danach wiederholen sie den Vorgang auf der linken Seite.

Kajak gekentert: Was ist zu tun?

Immer wieder kommt es vor, dass das Kajak während der Fahrt umkippt. Anfänger wissen dann oftmals nicht, was sie tun sollen. Wichtig ist es dabei, das Paddel zunächst ins Boot zu legen oder daran festzuklemmen. So schwimmt es nicht weg und Sie haben beide Hände frei. Danach sollte man sich zum Heck begeben, um sich bäuchlings auf das Boot zu legen. Anschließend ziehen Sie sich langsam nach vorne und können dann ein Bein nach dem anderen in den Einstieg schwingen.

Die Eskimorolle stellt die fortgeschrittene Technik dar, um das Boot wieder aufrecht ins Wasser zu bringen – ohne dabei auszusteigen.

Die Eskimorolle stellt die fortgeschrittene Technik dar, um das Boot wieder aufrecht ins Wasser zu bringen – ohne dabei auszusteigen.(#05)

Kajak fahren für Fortgeschrittene: Die Eskimorolle

Die Eskimorolle stellt die fortgeschrittene Technik dar, um das Boot wieder aufrecht ins Wasser zu bringen – ohne dabei auszusteigen. Diese erfordert jedoch viel Übung. Es ist sinnvoll, sie zusammen mit einem Partner in einem ruhigen Gewässer zu trainieren. Wenn das Boot gekentert ist, liegt es auf einer Seite. Sie führen daraufhin unter Wasser eine Drehung durch, um es auf die andere Seite zu legen. Dann nehmen Sie gleich den Schwung mit, um es wieder in die richtige Position zu bringen.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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