Fliegen in der Schwangerschaft: Das gilt es zu beachten!

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Jetzt so viel erledigen wie möglich vor der Mama-Auszeit. Also noch schnell auf Business-Reise nach London fliegen — das geht sicher auch mit Babybauch. Ja, möglich ist es. Das sollte aber beim Fliegen in der Schwangerschaft beachtet werden.

Fliegen in der Schwangerschaft oder: “Mount Everest in utero”?

In schwindelerregender Höhe auf dem Mount Everest ist die Luft sauerstoffärmer als am Boden. Das ist auch auf Reisen im Raum des Flugzeuges der Fall: dort ist auch weniger Sauerstoff in der Atemluft vorhanden. Normalerweise fällt einem das kaum auf. Schwangere merken das auch nicht. Doch es birgt ein gewisses Risiko für das Baby.

Der Embryo wird durch den Blutkreislauf der Mutter mit Sauerstoff versorgt. Dieser ganze Prozess läuft über die Plazenta und ist durch die komplizierte Überleitung in gewisser Weise verzögert. Das Baby nimmt nicht wie seine Mama die sauerstoffreiche Luft direkt auf, sondern ist auf die Zufuhr der Mutter angewiesen. Bei sauerstoffärmerer Luft kann das ein größeres Risiko mit sich bringen. Aus diesem Grund gibt es die Meinung, dass Fliegen in der Schwangerschaft dem Kind schade — da es Gefahr läuft, nicht rechtzeitig genügend Sauerstoff zu bekommen — und die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt stiege.

Professorin Renate Huch von der Gynäkologie-Abteilung der Uniklinik Zürich hält mit ihrer Studie aber dagegen. Sie bewies 2001, das Fliegen in der Schwangerschaft keine Komplikationen für Mutter und Kind bedeute. In ihrer Studie untersuchte sie verschiedenste Mütter und Babies vor und nach dem Flug und stellte keine besorgniserregenden Veränderungen fest.

 

In schwindelerregender Höhe auf dem Mount Everest ist die Luft sauerstoffärmer als am Boden. Das ist auch auf Reisen im Raum des Flugzeuges der Fall: dort ist auch weniger Sauerstoff in der Atemluft vorhanden. (#01)

In schwindelerregender Höhe auf dem Mount Everest ist die Luft sauerstoffärmer als am Boden. Das ist auch auf Reisen im Raum des Flugzeuges der Fall: dort ist auch weniger Sauerstoff in der Atemluft vorhanden. (#01)

Strahlenbelastung und Thrombose-Gefahr? — Fliegen in der Schwangerschaft

Auch bei der These der Strahlenbelastung hält Huch dagegen. Demnach soll Fliegen in der Schwangerschaft wegen der höheren kosmischen Strahlung, dem die Mutter während des Fluges ausgesetzt ist, dem Kind schaden. Renate Huch sagt, dass diese Belastung aber nicht prinzipiell von der Höhe abhängt, in dem sich die Mutter befindet, sondern vom Ort. Die Strahlenbelastung sei in einigen Gebieten am Boden variabel, ist aber von der Höhe unabhängig und hängt somit eher von der Flugroute ab, auf der sich die Schwangere befinde.

Erhöhte Thrombose-Gefahr besteht für die Mutter jedoch weiterhin. Deshalb sollten umbedingt die Thrombose-Stümpfe beim Fliegen in der Schwangerschaft mit ins Handgepäck. Die Strumpf-Klasse kann mit dem Arzt besprochen werden.

Video:Schwangerschaft: Ist Fliegen erlaubt?

Fliegen in der Schwangerschaft: Eine Checkliste

Ist auch alles Wichtige dabei? Einige Tipps für die wichtigsten Dinge, die beim Fliegen in der Schwangerschaft dabei sein sollten:

  • Thrombose-Strümpfe (und viel Spazierengehen an Bord ist wichtig!)
  • Bequeme Kleidung (sowohl für den Flug als auch für die Ankunft)
  • Getränke (doch die Flüssigekeitsbeschränkungen müssen berücksichtigt werden!)
  • Reise-Apotheke (medizinische Versorgung auf dem Flug und im Zielland muss gewährleistet sein. Man sollte vor Reiseantritt mögliche Sprachschwierigkeiten in Betracht ziehen oder einen passenderen Urlaubsort wählen.)
  • Mutterpass (+1 Sicherheitskopie)
  • Auslandsreiseversicherung
  • Reiserücktrittsversicherung

ACHTUNG: Besser doppelt checken,einige Versicherungen zahlen Geburten im Ausland nicht.

Bevor die Reise angetreten wird, gilt es, sich umbedingt über die Bestimmungen der Fluggesellschaft zu informieren. Abhängig von der Airline und abhängig von dem Schwangerschaftsmonat kann es sein, dass Passagieren Fliegen in der Schwangerschaft schon von vornherein untersagt ist.(#02)

Bevor die Reise angetreten wird, gilt es, sich umbedingt über die Bestimmungen der Fluggesellschaft zu informieren. Abhängig von der Airline und abhängig von dem Schwangerschaftsmonat kann es sein, dass Passagieren Fliegen in der Schwangerschaft schon von vornherein untersagt ist.(#02)

Fliegen in der Schwangerschaft: Bestimmungen der Airline

Bevor die Reise angetreten wird, gilt es, sich umbedingt über die Bestimmungen der Fluggesellschaft zu informieren. Abhängig von der Airline und abhängig von dem Schwangerschaftsmonat kann es sein, dass Passagieren Fliegen in der Schwangerschaft schon von vornherein untersagt ist.

Im ersten Trimester werden Schwangere ohne Probleme mitgenommen. (Experten sind sich bisher aber uneinig darüber, ob das Fliegen in der frühen Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt verschärfe oder nicht. Denn das erste Trimester ist ja bekanntlich das unsicherste…) Die International Air Transport Association empfiehlt Fluglinien, werdende Mütter nur bis zur 36. Woche mitzunehmen. Ab dieser Zeit des letzten Trimesters würde für die Flugteilnahme ein ärztliches Attest nötig sein.

Warum? Diese Bestimmungen wurden aus versicherungstechnischen Gründen eingeführt, um die Wahrscheinlichkeit einer verfrühten Geburt an Bord zu verringern.

Diese Goldene Regel sollte beherzigt werden: Immer erst den Arzt fragen und buchstäblich auf den Bauch hören, ob reisen schwanger angemessen und möglich ist. Gesundheit von Mutter und Kind steht an erster Stelle.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild:  Rafael Ben-Ari -#01:Michael Schütze-#02: morrowlight

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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