Auswandern aus Deutschland: Unsere Top 5 der beliebtesten Auswanderungsländer

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Viele erfolgreiche Auswanderer machen es vor: Von Deutschland in die USA oder ein anderes Auswanderungsland überzusiedeln ist durchaus machbar. Einfach ist das Auswandern aus Deutschland jedoch nicht – und längst nicht immer steht eine Erfolgsgeschichte dahinter.

Wo informiert man sich über das Auswandern aus Deutschland?

Es gibt viele Gründe, das eigene Heimatland zu verlassen und in eine neue Wahlheimat zu ziehen. Seien es berufliche, persönliche, wirtschaftliche oder auch politische Gründe – das Auswandern aus Deutschland ist vergleichsweise einfach, denn deutschen Staatsbürgern stehen die Tore in viele Länder relativ weit offen, während umgekehrt das Einwandern nach Deutschland längst nicht für jeden möglich ist. Rund 21 Prozent aller Deutschen können sich prinzipiell vorstellen, in die USA oder ein anderes Land auszuwandern. Doch auch die Auswanderungsländer haben natürlich ihre eigenen Vorstellungen von Zuwanderung.

Zu den beliebtesten außereuropäischen Reise- und Auswanderungszielen zählt auch nach der Wahl von Trump weiterhin die USA. Hier rechnen sich viele Menschen die größten Chancen auf einen erfolgreichen Start in die neue Existenz aus. Allerdings sind die Hürden für eine erfolgreiche Einwanderung in die USA nicht erst seit der Wahl des streitbaren Präsidenten mit der markanten Frisur sehr hoch gelegt. Immerhin: Mit der richtigen Vorbereitung ist es machbar.

Dabei sollte man sich bereits vor dem Auswandern aus Deutschland mit der Frage beschäftigen, wie eine eventuelle Rückwanderung abläuft, falls etwas nicht so klappt wie geplant. Das Bundesverwaltungsamt hat hierfür eigens eine Bundesstelle für Auswanderer und Auslandstätige eingerichtet. Dort findet man viele Informationen über bestimmte Auswanderungsländer, ausländische Rechtslagen, Heirat im Ausland und andere Aspekte, die für ein Auswandern aus Deutschland relevant sind.

Darüber hinaus bieten das Auswärtige Amt sowie die für das Zielland zuständigen konsularischen Vertretungen entsprechende Hilfestellungen an, die in der Regel kostenlos in Anspruch genommen werden können.

Auswandern aus Deutschland in die Schweiz (18.266) Menschen jährlich.

Auswandern aus Deutschland in die Schweiz (18.266) Menschen jährlich.(#01)

Die fünf beliebtesten Länder für das Auswandern aus Deutschland

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Zahlen. Laut Statistischem Bundesamt sind beispielsweise 2017 mehr Menschen nach Deutschland zugezogen als abgewandert. Dabei handelt es sich zumeist um Bürger anderer EU-Staaten. Die Statistiken werden immer mit etwas Verzögerung veröffentlicht, weil die Zahlen der Vorjahre immer gesondert ausgewertet werden.

Für 2015 sah die Liste der fünf beliebtesten Länder für die Auswanderung aus Deutschland wie folgt aus (Zahlenangaben = Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die in das jeweilige Land ausgewandert sind):

  • Schweiz
  • USA (13.438)
  • Österreich (10.239)
  • Großbritannien (8.917)
  • Türkei (6.750)

Obwohl bei einigen der Länder seit 2015 Verschiebungen bei der Popularität als Reise- und Aufenthaltsland für Auswanderer erwartet werden dürfen, bleiben die Vereinigten Staaten bei den nichteuropäischen Nationen das beliebteste Land für das Auswandern aus Deutschland. Daran ändert auch das politische Klima unter Trump bislang nur wenig.

Stärker wirken sich da schon die Auswirkungen durch die schlechteren Beziehungen zwischen EU und Türkei sowie den Brexit aus, da insbesondere für Großbritannien grundlegende Änderungen für das Auswandern aus Deutschland ergeben. Weitere wichtige Auswanderungsländer sind überdies Kanada oder Australien, aber auch europäische Nationen wie Ungarn.

 Rund 43 Millionen Deutsche haben den Schritt in die USA bislang gewagt, wobei die Auswanderertypen stark variieren.

Rund 43 Millionen Deutsche haben den Schritt in die USA bislang gewagt, wobei die Auswanderertypen stark variieren. (#02)

USA: Für welche Personen ist das Auswandern aus Deutschland machbar?

Die USA lässt nicht jeden in ihr Land. Während das Reisen für Deutsche relativ unproblematisch unter Berücksichtigung der geltenden Visa-Vorschriften zu bewerkstelligen ist, stellt das komplette Auswandern aus Deutschland eine ganz andere Dimension dar. Rund 43 Millionen Deutsche haben den Schritt in die USA bislang gewagt, wobei die Auswanderertypen stark variieren. Vom einfachen Auswandererstudenten und Entdecker, der nach dem Studium gleich einen lukrativen Job findet, über persönliche Gründe (meist die Liebe zu einem amerikanischen Staatsbürger) bis hin zum geplanten Jobwechsel für Karrieremenschen, zieht es alle Auswanderertypen nach Amerika.

Die Legende vom Tellerwäscher, der zum Millionär wurde und dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten dauert fort und fasziniert viele Europäer. Obwohl manche Dinge wie das Gesundheitssystem oder das teure Bildungssystem speziell für Auswandererstudenten problematisch erscheinen, sind die Möglichkeiten für die freie Entfaltung sowie eine geringere Steuerlast, von der man auch als Kleinunternehmer bereits profitiert, enorm. Man muss also nicht zu den Karrieremenschen klassischer Lesart gehören, um in den USA mit einer Idee erfolgreich zu sein.

Die Organisation für das Auswandern aus Deutschland in die USA ist allerdings mit viel Aufwand verbunden. Neben der offensichtlichen Organisation eines Umzugs auf einen anderen Kontinent und den bürokratischen Herausforderungen, den Wohnsitz in Deutschland komplett aufzugeben, muss für das Übersiedeln ins Aufenthaltsland USA allerhand im Vorfeld erledigt werden.

Manche Menschen haben die Vorstellung, mit dem relativ einfachen ESTA-Verfahren (der elektronischen Einreiseformalität der US-Konsulate) und dem normalen Touristenvisum als reisender Entdecker in den USA Fuß fassen zu können.

Manche Menschen haben die Vorstellung, mit dem relativ einfachen ESTA-Verfahren (der elektronischen Einreiseformalität der US-Konsulate) und dem normalen Touristenvisum als reisender Entdecker in den USA Fuß fassen zu können.(#03)

Ohne Einwanderungsvisum kann man das Auswandern aus Deutschland in die USA vergessen

Manche Menschen haben die Vorstellung, mit dem relativ einfachen ESTA-Verfahren (der elektronischen Einreiseformalität der US-Konsulate) und dem normalen Touristenvisum als reisender Entdecker in den USA Fuß fassen zu können. Selbst längere Aufenthalte, etwa mit einem Au-Pair-Visum oder einem Studentenvisum, sind möglich. Diese lassen sich aber nicht einfach in ein Einwanderungsvisum verwandeln. Wer ohne eine entsprechende Erlaubnis in den USA leben und arbeiten will und sein Touristenvisum überzieht (oder illegal eine bezahlte Arbeit aufnimmt), bekommt ernsthafte Probleme und wird ausgewiesen.

Da solche Vorfälle für künftige Visaerteilung ein echtes No-Go sind, sollte man davon absehen, wenn man das Auswandern aus Deutschland wirklich ernst meint. Um in den USA leben und arbeiten zu dürfen, ist die sogenannte Greencard erforderlich, mit der eine zeitlich unbefristete Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis verbunden ist. Jedes Jahr verlost die amerikanische Regierung 55.0000 Greencards, von denen etwa 50 Prozent auf europäische Empfänger ausgestellt werden.

Rund 500 bis 700 Deutsche zählen in der Regel zu den Gewinnern in der Greencard-Lotterie. Diese ist aber nicht der einzige Weg, zu einer Greencard zu kommen, da man sie auch ganz regulär (dann allerdings gegen Gebühr) beantragen kann. Ob man sie erhält, ist hingegen eine andere Frage, da viele persönliche Voraussetzungen geprüft werden.

Eine Greencard kann man am ehesten dann erhalten, wenn man:

  • eine größere Summe in den USA als Unternehmer investieren möchte
  • einen bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag mit einem US-Arbeitgeber vorweisen kann
  • einen US-Bürger heiraten möchte bzw. bereits geheiratet hat

Diese Voraussetzungen sind nicht abschließend, denn neben der Greencard muss auch das entsprechende Visum beantragt werden, also etwa ein Visum im Rahmen der Familienzusammenführung oder für Einwanderung durch Investitionen oder eine Arbeitsstelle. Hinzu kommen strenge Prüfungen der persönlichen Verhältnisse (z. B. Führungszeugnis, eventuelle Straftaten etc.).

Je höher die berufliche Qualifikation, desto höher die Chance auf einen Job, da bei der Greencard Fachkräfte in bestimmte Kategorien eingeteilt und bevorzugt werden. Dabei sollte man beachten, dass nicht alle Abschlüsse 1:1 in den USA anerkannt werden (ebenso wie umgekehrt in Deutschland ausländische Abschlüsse nicht automatisch gültig sind).

Besonders beliebt sind bei amerikanischen Arbeitgebern:

  • Akademiker und Künstler
  • Fachkräfte mit Hochschulabschluss
  • Fachkräfte mit Berufserfahrung (mind. 2 Jahre) und/oder Bachelor-Abschluss

Die Beantragung von ESTA bzw. Visum kann übrigens bequem online erledigt werden, wenn man nicht in der Nähe der US-Botschaft oder eines der Konsulate lebt. Persönliche Interviews im Generalkonsulat in Frankfurt sind jedoch für bestimmte Visa und insbesondere für Auswanderer und ihre Mitreisenden obligatorisch.

Eine Greencard kann man am ehesten dann erhalten, wenn man: eine größere Summe in den USA als Unternehmer investieren möchte

Eine Greencard kann man am ehesten dann erhalten, wenn man: Eine größere Summe in den USA als Unternehmer investieren möchte.(#04)

Tipp: Das Auswandern aus Deutschland in die USA ist auch beim Gewinn in der Greencard-Lotterie kein Selbstläufer. Die Greencard besitzt immer nur wenige Wochen lang Gültigkeit und ist an die erfolgreiche Erteilung des jeweiligen Arbeitsvisums gekoppelt. Wer also tatsächlich in die USA auswandern möchte, sollte bei Erhalt der Greencard quasi abmarschbereit sein.

Hierfür sollten mindestens die folgenden Punkte geklärt sein:

  • Wohnungssuche
  • Beantragung einer amerikanischen Sozialversicherungsnummer
  • Eröffnung eines amerikanischen Bankkontos
  • Abschluss einer amerikanischen Krankenversicherung

Die amerikanische Staatsbürgerschaft kann man übrigens nicht so schnell bekommen. Erst nach fünf Jahren im Aufenthaltsland können Greencard-Besitzer die US-Staatsbürgerschaft beantragen. Angehörige des Militärs werden gegebenenfalls schneller US-Bürger.

Kontaktinformationen:

US Generalkonsulat Frankfurt am Main
Gießener Str. 30
60435 Frankfurt am Main
Tel.: +49-69-7535-0
Fax: +49-69-7535-2277

Obwohl man natürlich auch jederzeit wieder zu einem sogenannten Rückwanderer werden kann, ist der Schritt in ein neues Heimatland für die meisten Deutschen endgültig.

Obwohl man natürlich auch jederzeit wieder zu einem sogenannten Rückwanderer werden kann, ist der Schritt in ein neues Heimatland für die meisten Deutschen endgültig.(#05)

Fazit: Auswandern aus Deutschland ist eine Entscheidung fürs Leben

Obwohl man natürlich auch jederzeit wieder zu einem sogenannten Rückwanderer werden kann, ist der Schritt in ein neues Heimatland für die meisten Deutschen endgültig. Das Auswandern aus Deutschland ist je nach Zielland mehr oder weniger kompliziert. Innerhalb der EU sind die Hürden relativ gering, da die Freizügigkeit von der Europäischen Union garantiert wird. Hier wird sich der Brexit voraussichtlich auf die Auswandererzahlen auswirken. Beliebtestes Auswanderungsland für Deutsche außerhalb Europas ist nach wie vor die USA.

Obwohl Deutsche relativ gute Voraussetzungen mitbringen, liegen die individuellen Hürden zum Erhalt eines Arbeitsvisums und einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung recht hoch. Gute Vorbereitung und Planung sind für den Auswanderer und seine Mitreisenden unverzichtbar – und der Gewinn in der Greencard-Lotterie ist keine Garantie für ein erfolgreiches Auswandern aus Deutschland.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Roman Samborskyi -#01: _Alexander Chaikin -#02: bbernard -#03: Syda Productions-#04: _AJR_photo -#05: Syda Productions  -#06: Soloviova Liudmyla_

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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