Kanufahren: Praktische Tipps & Gefahren

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Wer schon immer davon geträumt hat, beim Kanufahren die Landschaft zu erkunden, sollte einfach mit diesem Sport beginnen. Er ist leicht zu erlernen und fast überall auszuüben.

Praktische Tipps zum Kanufahren

Wer gern Kanufahren möchte, hat keine wirkliche Ausrede, um nicht einfach mit diesem Sport zu beginnen. Die beste Paddelzeit sollte zwar berücksichtigt werden, doch ansonsten gibt es kaum relevante Punkte, die gegen das Paddeln sprechen. Ob Jung oder Alt, alle können mit dem Kanu oder Kajak durch die Welt fahren. Die folgenden Tipps helfen dabei, den Sport sicher und mit Spaß auszuüben.

  • Das richtige Alter
    Kanufahren ist schon für Kinder möglich, allerdings sollten sie wenigstens acht Jahre alt sein. Sie sind in diesem Alter erst in der Lage, Gefahren abzuschätzen und richtig zu reagieren. Außerdem sollten die Kinder schwimmen können, damit sie bei einem eventuellen Kentern ans Ufer gelangen können.
  • In der Schule lernen
    Damit ist natürlich die Kanuschule gemeint. Sicherlich ist es auch möglich, sich das Kanufahren selbst beizubringen, allerdings geht es in der Kanuschule deutlich leichter. Außerdem werden mögliche Gefahren aufgezeigt und Verhaltensweisen in Risikosituationen besprochen. Learning by Doing ist spätestens dann nicht mehr gut, wenn es sich um eine tatsächliche Gefahrensituation handelt. Wer allerdings vorher weiß, wie er sich wann zu verhalten hat, ist besser gerüstet. Außerdem macht das gemeinsame Lernen mehr Spaß und es finden sich andere Kanufreunde für die ersten Touren zusammen.
  • Das richtige Boot
    Es gibt den Kanadier und das Kajak, beide Bootsvarianten werden meist einfach nur als Kanu bezeichnet. Die Wahl des Bootes ist davon abhängig, welcher Einsätze angedacht sind: Kanadier stammen ursprünglich aus dem Norden Amerikas und wurden schon von den Indianern zum Transport von Gegenständen oder zum Fischfang genutzt. Die heutigen Boote dieser Bauart eignen sich vor allem für längere Touren, die auf ruhigeren Flüssen und Seen sowie mit viel Gepäck stattfinden. Außerdem können im Kanadier gleich mehrere Personen Platz finden. Sie sind somit auch für Familien geeignet und bieten sich sogar für Einsteiger in den Paddelsport an.Kajaks stammen ursprünglich von den Eskimos, die damit allein unterwegs waren. Die Fahrer sitzen im Boot und bewegen es mithilfe eines Doppelpaddels. Beim Kanadier hingegen knien oder sitzen die Fahrer zum Paddeln. Das Kajak ist ein Allrounder und kann auf großen Gewässern ebenso gefahren werden wie im Wildwasser.
Boote gibt es aus verschiedenen Materialien, wobei Polyethylen und Holz am bekanntesten sind. Faltboote, die mit einer Gummihaut versehen sind, werden ebenfalls gern zum Kanufahren verwendet.

Boote gibt es aus verschiedenen Materialien, wobei Polyethylen und Holz am bekanntesten sind. Faltboote, die mit einer Gummihaut versehen sind, werden ebenfalls gern zum Kanufahren verwendet.(#01)

  • Boote für Einsteiger
    Boote gibt es aus verschiedenen Materialien, wobei Polyethylen und Holz am bekanntesten sind. Faltboote, die mit einer Gummihaut versehen sind, werden ebenfalls gern zum Kanufahren verwendet. Der Markt kennt über 1000 verschiedene Modelle, wobei sich Einsteiger nach der Beschreibung richten sollten. Für sie sind Kanus, die als Tourenkanus oder Allround-Kanus angeboten werden, meist die beste Wahl.
  • Die richtige Ausrüstung
    Wer eine Kanufahrt anstrebt, sollte neben ein wenig Grundwissen auch die richtige Ausrüstung mitbringen. Dazu zählt zum Beispiel die Schwimmweste, deren Tragen von Experten auch dann empfohlen wird, wenn die Kanufahrt nur auf einem Bach stattfindet, der es dem gekenterten Fahrer erlaubt, noch zu stehen. Die Tiefe des Gewässers ist hier nicht ausschlaggebend, denn nach dem Kentern kann jemand auch in knietiefem Wasser ertrinken.Wichtig sind des Weiteren die Spritzdecke und eine Paddeljacke, um nicht binnen kürzester Zeit völlig durchnässt zu sein. Kleidung, die hinreichend vor der Kälte schützt, gehört ebenso dazu, auch wenn draußen sommerliche Temperaturen herrschen. Auf dem Wasser ist es um einige Grad kühler, außerdem sorgen die Spritzer dafür, dass es rasch kalt werden kann. Ersatzkleidung wird am besten in einem wasserdichten Behälter transportiert und steht so bei Bedarf trocken zur Verfügung.

    Wer auf Wildgewässern fahren möchte, braucht einen Schutzhelm, denn beim Kentern könnte der Kopf einen Stein treffen. Außerdem ist das Erste-Hilfe-Paket nicht zu vergessen, falls kleinere und größere Blessuren auftreten.

Video: Paddeltechniken

  • Die richtige Umgebung
    Nicht nur die richtige Paddelzeit ist wichtig, auch die Gegend, in der die Kanufahrt stattfindet, spielt eine Rolle. Denn nicht überall ist das Fahren wirklich erlaubt! Generell gilt zwar, dass das Paddeln überall dort möglich ist, wo Fließgewässer zu finden sind (zumindest in Deutschland), doch auf Talsperren oder in Parkanlagen darf nicht gefahren werden. Auch der Naturschutz kennt einige Gründe, warum das Paddeln nicht überall möglich ist, derartige Regelungen sind unbedingt zu beachten. Des Weiteren gelten besondere Vorschriften auf großen Gewässern, auf denen auch Schiffe fahren.Vor Beginn der Fahrt sollten sich die Kanufahrer daher unbedingt zu den örtlichen Regelungen und Gesetzen informieren, wenn sie keine Ordnungswidrigkeit begehen wollen, bei der der Spaß mit einem hohen Bußgeld endet. Wichtig: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe! Zu behaupten, man wüsste nicht, dass an einer Stelle nicht gefahren werden dürfe, hilft nicht weiter. Die Strafe folgt dennoch.
  • Die goldene Regel
    Kanufahrer gehen folgendem Motto vor: Sie hinterlassen nichts weiter als ihre Fußabdrücke und nehmen nicht mit, außer den geschossenen Fotos. Damit sollte klar sein, dass sich Kanufahrer vernünftig in der Natur bewegen, keine Schäden hinterlassen und auch keine Tiere oder Pflanzen von ihrer Heimat entfernen.
Kanufahrer wählen am besten kühle Tag im Sommer für ihre Ausfahrten aus.

Kanufahrer wählen am besten kühle Tag im Sommer für ihre Ausfahrten aus.(#02)

  • Es geht nicht mehr weiter
    Das passiert dem besten Planer: Die Fahrt geht nicht mehr weiter! Gründe können sein, dass ein Fluss nicht mehr befahrbar ist oder dass jemand nicht an einer Schleuse warten möchte. Nun heißt es, das Boot aus dem Wasser zu ziehen und zu Fuß über Land zu gehen. Sehr hilfreich ist es, für solche Fälle einen Rollwagen mitzunehmen. Dieser ist speziell für das Kanufahren ausgelegt und lässt sich klein zusammenfalten. Er findet im Gepäckraum des Kajaks einen Platz und steht bei Bedarf zur Verfügung.
  • Das beste Wetter
    Kanufahrer wählen am besten kühle Tag im Sommer für ihre Ausfahrten aus. Wichtig ist nur die wasserdichte Einstiegsluke, außerdem sollte eine atmungsaktive Jacke vorhanden sein. Damit lässt sich auch der nächste Regenschauer gut überstehen. Gleichzeitig ist es nicht zu heiß, um beim Kanufahren ins Schwitzen zu kommen. Wichtig: Sonnenmilch nicht vergessen, denn die Sonne hat auf dem Wasser eine ungleich größere Kraft als auf dem Land.
  • Das richtige Tempo
    Wer flussabwärts fährt, saust schneller über das Wasser als jemand, der flussaufwärts und gegen den Wind paddelt. Als Faustregel gilt, dass das Boot halb so schnell fährt, wie der Fluss fließt, wobei diese Berechnung davon ausgeht, dass kein Paddel eingesetzt wird. Das bedeutet: Strömt der Fluss mit acht Kilometern in der Stunde, schafft es das Kanu, vier Kilometer ohne Paddeln zurückzulegen. Wer hingegen gegen die Strömung paddelt, muss ein Fußgängertempo erreichen, um überhaupt auf der Stelle zu verharren.

Video: Aktivurlaub – Kanufahren auf der Altmühl

Kanufahren: Mögliche Risiken beim Paddeln

Auch wenn das Kanufahren grundsätzlich für Anfänger und sogar Kinder geeignet ist, gibt es dennoch Risiken, die beachtet werden müssen. Oft werden sie unterschätzt, dabei kann auch aus dem einfachen Kentern eine Notsituation mit der Gefahr zu ertrinken entstehen. Es ist wichtig, das Kanufahren und seine Risiken zu kennen, um diesen Sport möglichst gefahrlos und mit Spaß ausüben zu können und im Ernstfall zu wissen, wie zu reagieren ist.

Die folgenden Risiken sind bekannt:

  • Ins Wasser fallen
    Natürlich besteht immer das Risiko, dass der Kanufahrer ins Wasser fällt. Die oben bereits erwähnte Schwimmweste gehört daher zur Standardausrüstung. Wer ein Kanu ausleiht, bekommt die Weste ohnehin dazu gereicht, wer mit dem eigenen Boot unterwegs ist, sollte immer eine Schwimmweste dabei haben. Dennoch sollten alle Mitfahrer gute bis sehr gute Schwimmer sein, was vor allem bei Wildwasserfahrten gilt.
  • Gesundheitliche Risiken
    Wer das Kanufahren erlernen möchte, sollte sich vorher beim Arzt auf eventuelle Krankheiten untersuchen lassen. Ein Kanufahrer sollte chronische Erkrankungen bedenken und die eigene Fitness realistisch einschätzen können. Wer plötzlich erkrankt, sollte die geplante Tour lieber absagen. Beim Kanufahren kommt es auf da Reaktionsvermögen an! Wer körperlich nicht fit ist, kann in einer Gefahrensituation nicht richtig reagieren und gefährdet sich und andere.
  • Andere Fahrer
    Oft werden andere Kanufahrer zum Risiko, was vor allem im Wildwasser und bei Schlechtwetter gilt. Aus einer kleinen Kollision kann ein Kentern werden. Apropos Kentern: Dieses sollte auch nicht zum Spaß provoziert werden!
  • Strömung als Risiko
    Beim Kanufahren stellen die meisten fest, dass sich die Strömungen auf ein und demselben Gewässer unterscheiden. Vorausschauendes Fahren verhindert Unfälle.
  • Panik durch den Wasserstand
    Steht das Wasser hoch, kann die Grenze zwischen Ufer und Gewässer oft nur schwer ausgemacht werden. Wer unsicher wird, kann in Panik geraten und macht dadurch Fehler, die das Boot zum Kentern bringen können. Bei Hochwasser gilt daher, dass vor allem Anfänger nicht ins Kanu gehören!

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Kzenon -#01: Sergei Domashenko -#02: _Jens Ottoson

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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