Sachsenbunker

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Die Sachsenbunker entführen uns in dunkle Zeitalter, die jedoch gar nicht so lange zurück liegen müssen. Die Bunker, von denen wir hier sprechen und die wir zeigen, stammen teils aus der Zeit des zweiten Weltkriegs, teils aber auch aus der Zeit danach. Viele Bunker wurden nach dem Krieg nahtlos von der Roten Armee übernommen und völlig schmerzfrei weitergeführt. Einige Sachsenbunker sind oberirdisch gelegen und möglicherweise für die Historiker unter uns ein Ziel für einen Wochenendurlaub – eine kleine Zeitreise eingeschlossen.

Ein Sachsenbunker als Ausweichführungsstelle

In Mittelsachsen gelegen ist dieser Sachsenbunker. Mit einer unterirdisch liegenden Nutzfläche von cirka 500 Quadratmetern sehr weitläufig ausgeführt, steht auf seinem Haupt überirdisch eine kleine Wohnanlage. Der Sachsenbunker liegt inmitten eines Obstgartens. Er trägt ein Doppelhaus, verschiedene Garagen und eine Werkstatt. In Innern der Ausweichführungsstelle sollten sich 100 Personen aufhalten. Der sachsenbunker wurde in den Jahren von 1969 bis 1971 errichtet. Das Video zeigt die oberirdisschen Ziivilbauten und die unterirdsich gelegenen Gänge und Räume im Bunker. Der Standort: Mittelsachsen.

Ausweichführungsstelle bei Wildbach

Nahe der Zwickauer Mulde findet sich bei Wildbach nahe Hartenstein in Sachsen ein Bunker des Bunkertyp 1/15/V2c. Der Sachsenbunker wurde ursprünglich als Ausweichführungsstelle der Wismut in Aue errichtet. Zu Beginn der 80er Jahren wurde die Ausweichführungsstelle umgewidmet und vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR bis zur Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1989 genutzt.

Der Video-Clip gibt Einblicke in den Sachsenbunker…

Jüterbog: ein Bunker, fast in Sachsen gelegen

Historisch gesehen lag Jüterbog in frühe Zeiten in einer Enklave nahe dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg. Das will ich für eine Aufnahme der Bauwerke in den Artikel Sachsenbunker noch gelten lassen. Als Story und Video haben wir hier die Artillerie-Schießschulen Jüterbog mitgebracht. Überirdische Bauwerke werden ebenso gezeigt wie echte Sachsenbunker – unterirdische Bauten.

Weiterführende Informationen über die Artillerieschulen findet man hier.

Ein sehr gut erhaltener Sachsenbunker aus der DDR-Zeit

Von diesem Sachsenbunker haben wir keine Fotos, dafür aber ein Video von der Besichtigung desselben durch die beiden Entdecker. Der Sachsenbunker liegt in … – darüber schweigen sich die beiden Entdecker aus. Im Video zeigen die beiden den guten Erhaltungszustand der Bunker-Anlage, deren Eingang völlig unscheinbar und kaum einen halben Meter hoch im Gras verborgen liegt. Die bedien möchten den Standort zum Sachsenbunker nicht preisgeben, denn viele Bunker werden von Vandalen heimgesucht und gebrandschatzt. In diesem Sachsenbunker sind fast alle Einrichtungen noch völlig intakt und diesen Zustand möchten die beiden unbedingt erhalten.

Die weißen Häuser bei Mirow

Mirow liegt nun nicht in Sachsen. Dennoch möchte ich sie hier erwähnen. Der Ort Mirow birgt ein weiteres und vor allem wenig bekanntes Stück deutscher Zeitgeschichte. Ich spreche von den weißen Häusern. Die Weißen Häuser liegen in einem Waldstück hinter Granzow und noch vor Roggentin. Das Areal ist zwischenzeitlich eingezäunt, weil ein Mädchen dort vor Jahren verunglückte und davon bleibende Schäden zurückbehielt. Eine Besichtigung ist daher heute nur aus der ferne möglich. Dennoch sehen die Bauwerke beeindruckend aus.

Die weißen Häuser gehörten zur Erprobungsstelle Rechlin, deren Anfänge auf das Jahr 1916 zurückgehen. Als Flieger-Versuchs- und Lehranstalt an der Müritz geplant und erbaut wurde in der 1930er Jahren der Flugplatzes Lärz einbezogen und Rechlin zur Erprobungsstelle („E’Stelle“) der Luftwaffe ausgebaut. Die Forschungsergebnisse der Tests und Entwicklungen dortigen Ingenieure beeinflussten die Luftfahrttechnik bis heute.

Kein Sachsenbunker steht in Mirow. Dafür aber eine Reihe von interessanten Bauwerken: die weißen Häuser. Das Bild zeigt Überreste eines Bunkers, genauer die Stahlbewehrung seiner Wand, der in der Nähe von Mirow in einem Waldgebiet liegt. (#1)

Kein Sachsenbunker steht in Mirow. Dafür aber eine Reihe von interessanten Bauwerken: die weißen Häuser. Das Bild zeigt Überreste eines Bunkers, genauer die Stahlbewehrung seiner Wand, der in der Nähe von Mirow in einem Waldgebiet liegt. (#1)

Die „Weißen Häuser“ gehen auf den Architekten Neufert als Normungsbaeuftragten des Generalbauinspektors Albert Speer sowie auf einen Architektenwettbewerb der Stadt Hamburg zurück. Die Weißen Häuser stellen Versuchsbauten des „Baulichen Luftschutz“ dar. Ziel des Wettbewerbs war es, Lösungen für die Vermeidung des Fußwegs von der Wohnung zum Luftschutzplatz zu finden. Einer der Ansatzpunkte dazu waren die sogenannten „Etagenbunker“, die Schutz innerhalb der Wohnung bieten sollten. Den Etagenbunkern wurde zu Friedenszeiten eine andere Nutzung zugeordnet, beispielsweise als Bäder, Abstellraum oder Treppenhäuser.

In Mirow wurden solche Etagenbunker zu Testzwecken in Rohbauten von Gebäuden auf den Versuchsgelände eingebaut, welche testweise mit Bomben und Sprengsätzen beschossen wurden. Sie bilden die „Weiße Stadt“ und wurden auch als „Germania-Probebauten“ bezeichnet. Die Fassaden der Weißen Häuser waren zum Zeitpunkt ihrer Errichtung verklinkert. Die Steine wurden jedoch in der Nachkriegszeit aus der Mauer des Bauwerks herausgebrochen und für den zivilen Häuserbau verwendet. Dies führte dazu, die helle Schicht der Mauer darunter freizulegen. Dieses Aussehen bescherte den Bauten den Spitznamen „Weiße Häuser“.

Video: Bunker-Testwände für Sprengversuche

Auf dem Gelände finden sich auch Betonwände, die für Beschusstests von Bunkerwänden genutzt wurden. Das nachfolgende Video zeigt einige der Betonwände, deren Oberfläche von den Beschusstests geborsten ist.

Sachsenbunker auf dem Truppenübungsplatz

Auf Truppenübungsplätzen finden sich immer wieder feste Bauwerke und Bunker. Beobachtungsstände, Signalbunker und Mannschaftsbunker. In dem nachfolgenden Sachsenbunker-Video führt die Kamera über einen aufgegebenen Truppenübungsplatz. Viele Fundstücke erzählen von der bewegten Vergangenheit des truppenübungsplatzes. Einige der Sachsenbunker werden betreten und man entdeckt kryptische Schriftzüge an den Wänden. Was mögen sie bedeuten?

Ein Sachsenbunker… in Thüringen

Auf meiner Suche nach interessanten Bunkeranlagen in Sachsen fiel mir dieses Video eines Führungsbunkers der DDR – in Suhl in die Hände. un liegt Suhl in Thüringen. Dennoch zeige ich dieses spannende Video im Artikel Sachsenbunker, denn es dokumentiert den Bunker „Frauenwald“ in bester Weise. Die Begehung zeigt alle Räume des bestens erhaltenen Bauwerks.

Kein Sachsenbunker, aber 3 Etagen tief!

In Brandenburg in dem Ort Prenden (Gemeinde Wandlitz) liegt die Bunkeranlage „Perle“ – so der Deckname. Auf einer Fläche von 7.500 Quadratmetern breitetsich der Komplex 5001 aus. In fünf Jahren Bauzeit entstand das Bauwerk in den Jahren von 1978 bis 1983. Sonderbauwerk 17/5001 (SBW 17/5001) wurde der Honecker-Bunker offiziell genannt. Kein anderes Bauwerk im gesamten Ostblock war auch nur ähnlich aufwändig erstellt. Deutsche Ingenieurleistung sorgt eben überall für Spitzenpositionen. Der Komplex 5001 – der Honecker-Bunker – wird ebenfalls im Video dargestellt. Auch der Regierungsbunker West kommt zur Sprache, auch wie er im Rahmen der geheimen NATO-Übung FALLEX-68 erprobt wird.

Der zivile Sachsenbunker „SBD-300“ des Thomas Gabler

Ein spezieller Bunker für den Schutz der Zivilbevölkerung – ein sogenannter Typenbau SBD-300 – wird ebenfalls gezeigt. Für die meisten Menschen in der direkten Umgebung unerkannt steht er noch heute und ist ein fast betriebsbereitem Zustand. 300 Menschen aus der direkten Nachbarschaft sollten in dem „Sachsenbunker“ der Reihe SBD-30 Platz finden. Der Ortsansässige Thomas Gabler führt das Kamerateam durch den Bunker. Die Schutzbauwerke vom Typ SBD-300 gab es in der DDR noch an weiteren Standorten: Halle, Erfurt, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Magdeburg, Leipzig,


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild Wakllaff, #1 guentermanaus

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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