Am traditionellen Termin 11. November startet Ulm um 11.11 Uhr in die 65. Karnevalssaison. Der Auftakt ist für die regionale Narrenlandschaft ein Signal zur Vorbereitung, obwohl zahlreiche Zunftmitglieder noch kein Häs tragen. Die verbindliche Regel der schwäbisch alemannischen Fasnet erlaubt dessen öffentliche Verwendung erst am Dreikönigstag. Bis dahin stehen Sitzungen, Abstimmungen und Vereinskontakte im Vordergrund. Ein Leihäs verschafft Kindern und Erwachsenen die Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln, bevor sie ein Narrenkleid wählen.
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Rathausbefreiung eröffnet in Ulm die 65. Karnevalssaison offiziell feierlich
Ulm eröffnet seine 65. Karnevalssaison traditionell am 11. November zur Uhrzeit 11.11 Uhr. Die astronomische Uhr des Rathauses liefert hierfür das sichtbare Zeichen. Nach der Inthronisation führt das Spatzenpaar die Vereinsmitglieder in das Foyer des Rathauses. Dort wird der Oberbürgermeister nach karnevalistischem Brauch aus seinem Büro befreit. Begleitet wird die Aktion von Kuhglocken und einem dreifachen Ku-Lau. Erst der Empfang beim Oberbürgermeister und der Inthronisationsball machen den Auftakt formell vollständig.
Der Novembertermin gibt regionalen Narren Orientierung für die Saisonplanung
Viele Narren betrachten den 11. November als festen Orientierungstermin für die Fasnetplanung in der Region. Die Vereine bringen ihre Mitglieder zusammen, um Programmpunkte und Arbeitsabläufe für die neue Saison abzustimmen. Dabei werden örtliche Mottos vorbereitet, Termine bewertet und Zuständigkeiten verteilt. Zudem verabreden die Gruppen Besuche bei Partnervereinen, deren Veranstaltungen den Kontakt zwischen den Gemeinschaften festigen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Narrensprung im Januar 2027. Die Organisation verhindert Terminüberschneidungen und erleichtert Umsetzung.
Frohsinn ist erlaubt, das Häs bleibt jedoch weiterhin verborgen
Der Novemberauftakt hat für schwäbisch-alemannische Narren vor allem vorbereitenden Charakter. Anders als im rheinischen Karneval wird das Häs nicht unmittelbar zum Saisonbeginn getragen. Die öffentliche Nutzung des Narrenkleids beginnt nach überlieferter Ordnung erst am 6. Januar. Bis dahin verbleibt es in der Truhe. Für Besprechungen, Besuche und interne Termine genügt gewöhnliche Kleidung. Ein T-Shirt oder eine Jacke kann die Zugehörigkeit zeigen, ohne den Brauch zu verletzen. Heitere Erwartung bleibt erlaubt.
Seit Mittelalter gilt die Elf als Zahl der Narren
Am 11. November erhält die Uhrzeit 11.11 Uhr ihre Bedeutung durch die Stellung der elf im Karneval. Sie wird als Schnapszahl wahrgenommen und ist seit dem Mittelalter mit dem Bild des Narren verknüpft. Die doppelte Eins eröffnet außerdem eine gesellschaftliche Interpretation. Beide Zeichen sind gleich und können daher die Gleichstellung aller Feiernden darstellen. Für die närrische Zeit formuliert der Brauch damit einen Gegenentwurf zu Rangordnungen und betont das gemeinsame Feiern.
Der frühe Aschermittwoch begrenzt die Zeit für Fasnetsaktivitäten
Mit dem Aschermittwoch endet das saisonale Brauchtum der Karnevalsvereine ebenso wie das der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte. Der Termin am 10. Februar im kommenden Jahr führt zu einer deutlich verkürzten Veranstaltungsphase. Für die Beteiligten bleibt weniger Zeit, um Umzüge vorzubereiten, Treffen zu besuchen und interne Aufgaben zu erledigen. Frühzeitige Absprachen über Termine und Zuständigkeiten sind daher sinnvoll. Sie erleichtern die Koordination von Personal und Ausstattung und sichern eine Durchführung der geplanten Fasnetsaktivitäten.
Fasnet 2027 lässt sich mit Leihäs unverbindlich erstmals erleben
Mit einem Leihäs können Interessierte die alemannische Fasnet 2027 ohne langfristige Bindung kennenlernen. Die Vereine stellen das Narrenkleid für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung und ermöglichen damit die Teilnahme an ausgewählten Aktivitäten. Besonders Familien profitieren davon, dass Kinder und Erwachsene den Brauch zunächst praktisch erfahren. Anschaffungskosten entfallen vorerst. Während der Teilnahme entstehen Kontakte zu aktiven Vereinsmitgliedern. Daraus kann sich bei gegenseitigem Interesse eine dauerhafte Mitarbeit oder Mitgliedschaft im Verein entwickeln.
Die Eröffnung der Karnevalssaison am 11. November hat für Ulmer Vereine neben dem festlichen Charakter einen klaren organisatorischen Nutzen. Sie ermöglicht frühe Absprachen über Termine, Umzüge, Mottos und gegenseitige Besuche. Auch Narren schwäbisch-alemannischer Zünfte können diese Phase zur Vorbereitung nutzen, ohne ihre Regeln aufzugeben. Ihr Häs wird erst ab dem Dreikönigstag öffentlich getragen. Ein ausgeliehenes Häs bietet Anfängern eine praktische Erprobung des Brauchs und erleichtert den Kontakt mit einer Narrenzunft.

