Veranstalter des Festivals sind Bebelplatz e.V. und die Tourismus- und Kur GmbH Graal-Müritz. Gefördert wird das Programm von der Jan Michalski Fondation, der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit sowie dem Landkreis Rostock. Lesungen und Diskussionen finden im Haus des Gastes, im Konzertpavillon im Rhododendronpark und in der Lukaskirche statt. Mitwirkung leisten zudem die Academie francaise und der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Karten sind über Eventim light erhältlich. Diese Partner garantieren Sichtbarkeit.
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Literaturfestival Graal-Müritz 2026 stärkt kulturellen Austausch an der Ostseeküste

Ostseeheilbad Graal-Müritz . Impression . 2. internationales (Foto: Ali Ghandtschi)
Zwischen warnenden Brandungen und rauer Küstenluft präsentiert die zweite Ausgabe des internationalen literaturfestivals Graal-Müritz vom 22. bis 27. September 2026 ein vielfältiges Programm. Bebelplatz e.V. und die Tourismus-und Kur GmbH des Ostseeheilbades Graal-Müritz verantworten Organisation. Mit Unterstützung der Jan Michalski Fondation, der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit sowie des Landkreises Rostock werden literarische Facetten, politische Debatten und künstlerische Freiräume in einem inspirierenden Ambiente gefördert und ein offenes Forum für kulturellen Austausch.
Academie francaise Mitglied Sansal eröffnet Festival mit ambitionierter Eröffnungsrede
Die offizielle Eröffnung des Festivals erfolgt am 22. September im Haus des Gastes durch eine Ansprache des algerisch-französischen Autors Boualem Sansal. Als Mitglied der Academie francaise und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2012 demonstriert er mit seiner Rede die verbindende Kraft literarischer Reflexion in Debatten. Im Anschluss leitet die Literaturkritikerin Iris Radisch das moderierte Gespräch, in dem sie zentrale Thesen aufgreift, Hintergründe hinterfragt und so den inhaltlichen Rahmen für Festivalveranstaltungen setzt.
Andrei Kurkov stellt Kriegstagebuch und neuen historischen Kriminalroman vor
Der ukrainische Autor Andrei Kurkov stellt Kapitel seines dritten Kriegstagebuchs vor, in denen er Eindrücke und Perspektiven aus Frontregionen schildert, und präsentiert seinen neuen historischen Kriminalroman. Im Programm liest Juri Andruchowitsch aus seiner Essaysammlung „Der Preis unserer Freiheit“, analysiert den Wert von Widerstandsformen und interpretiert Gedichte aus „Briefe in die Ukraine“. Abschließend führt er in die achtbändige Ukrainische Bibliothek ein, eine Werkauswahl des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts für europäische Leser.
Julia Cimafeeva und Bacharevic ergründen Identität, Erinnerung und Freiheit

Ostseeheilbad Graal-Müritz . Impression . 2. internationales (Foto: Ali Ghandtschi)
Julia Cimafeeva und Alhierd Bacharevic leben im Berliner Exil und nehmen in ihren Lesungen unterschiedliche literarische Ansätze in den Blick, um Fragen von Identität und Erinnerung zu verhandeln. Cimafeeva fokussiert in ihren Gedichten die poetische Verarbeitung von Sprachverlust und Exilerfahrungen, während Bacharevic in seinem Roman „Golem aus Papier“ narrativ die Mechanismen autoritärer Macht analysiert. Beide Präsentationen illustrieren die Bedeutung literarischer Freiheit und künstlerischer Selbstermächtigung und thematisch anspruchsvoll sowie künstlerisch exemplarisch.
Schrott liest Atlas-Auszüge, Denemarkova und Maslowska folgen mit Lesungen
Die Veranstaltung beginnt mit dem Vortrag des österreichischen Essayisten Raoul Schrott, der umfangreiche Passagen aus seinem populären ‚Atlas der Sternenhimmel‘ sowie aktuelle Texte aus seinem neuen Werk ‚Zeitgeist‘ vorträgt. Im Anschluss präsentiert die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarkova Auszüge aus ihrem kommenden Roman ‚Schokoladenblut‘ und ausgewählte Kapitel aus ‚Stunden aus Blei‘. Den Abschluss bildet einen abschließenden, anspruchsvollen Leseblock der polnischen Bestsellerautorin Dorota Maslowska, begleitet und moderiert von ihrem Übersetzer Olaf Kühl.
Karolina Kuszyk spürt deutsche Vergangenheit in Westpolen authentisch auf
Im Zentrum des Vortrags von Prof. Dr. Heike Krieger von der Freien Universität Berlin steht die Rolle des Völkerrechts in aktuellen internationalen Auseinandersetzungen. Sie beleuchtet insbesondere die rechtlichen Herausforderungen des Ukraine-Kriegs und die Debatten um Grönlands Selbstbestimmung sowie Kubas politische Situation. Danach folgt Karolina Kuszyks literarische Bestandsaufnahme deutscher Spuren in Westpolen, präsentiert in „In den Häusern der anderen“. Abgeschlossen wird das Programm durch Hans-Jürgen Syberbergs Reflexionen über die Nachkriegszeit in Mecklenburg-Vorpommern.
Kat Menschik diskutiert Bild-Text-Beziehungen und präsentiert zwei neue Bilderbücher
Das Festival bietet jungen Teilnehmern ein vielfältiges Programm mit Schwerpunkten auf bildstarke Erzählformen und Fragestellungen. Maren Amini verweist in ihrer Lesung aus „Ahmadjan und der Wiedehopf“ auf Erfahrungskonzepte von Flucht und Herkunft. Kat Menschik diskutiert im moderierten Vortrag (Moderator: Wolfgang Hörner) die synergetische Wirkung von Illustrationen und Text in Bilderbüchern. Jens Rassmus lädt zu dialogischen Werkgesprächen ein, während Dirk Reinhardt Passagen aus „Perfect Storm“ und dem Jugendroman „No Alternative“ präsentiert.
Kartenvorverkauf für ilgm 2026 startet am 29. Juni online
Das Festivalprogramm verteilt sich auf drei Veranstaltungsorte im Ostseebad Graal-Müritz: das multifunktionale Haus des Gastes, den Konzertpavillon im idyllischen Rhododendronpark sowie die Lukaskirche als historische Kulisse. Der offizielle Ticketvorverkauf beginnt am 29. Juni 2026 über den Dienstleister Eventim light. Ausführliche Programmdaten können jederzeit auf den Websites ilgm.graal-mueritz.de und bebelplatz.org eingesehen werden. Die Leitung des Festivals übernimmt erneut Ulrich Schreiber, der bereits im vergangenen Jahr federführend agierte, kompetent und erfolgreich.
Das Festival in Graal-Müritz eröffnet eine offene Bühne für literarische Neuerungen, die Politik, Gesellschaft und Kultur thematisch verknüpft. In Zusammenarbeit mit europäischen Förderern und regionalen Partnern entsteht ein Freiraum, in dem Diversität und künstlerische Unabhängigkeit gepflegt werden. Internationale Autoren, historische Diskussionen und maßgeschneiderte Formate für Kinder und Jugendliche garantieren vielseitige Impulse. Interaktive Workshops und Lesungen. Damit stärkt das Event die literarische Infrastruktur entlang der Ostseeküste und fördert nachhaltigen interkulturellen Austausch.

