Wanderwege Vogesen: Tipps für Radfahrer und Wanderer

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Wanderwege Vogesen: Tipps für Radfahrer und Wanderer. Ein wenig bekanntes Mittelgebirge, das in seiner Schönheit auch erfahrene Urlauber überrascht.

Wanderwege Vogesen: Tipps für Radfahrer und Wanderer

Die Vogesen liegen so nah und sind doch nicht sehr bekannt. Ein wenig erinnern sie an den östlich gelegenen Schwarzwald, doch haben sie sich viel mehr Ursprünglichkeit und Wildheit bewahrt. Gerade diese rauere Natur schätzen viele Besucher, darunter zahlreiche Wanderfreunde und Radfahrer. Insbesondere Mountain-Bike-Fans und Menschen, die mit E-Bikes unterwegs sind, finden hier in Ostfrankreich Landschaften vor, die ideal für ihr Hobby sind.

Die Vogesen sind ein wahres Outdoor-Paradies für Wanderer. Ein wichtiger Unterschied zum benachbarten Schwarzwald ist ihre stärkere Unberührtheit. (#1)

Die Vogesen sind ein wahres Outdoor-Paradies für Wanderer. Ein wichtiger Unterschied zum benachbarten Schwarzwald ist ihre stärkere Unberührtheit. (#1)

Wanderwege Vogesen: Der Große Belchen bietet erstklassige Fernblicke

Der höchste Punkt der ganzen Vogesen ist der Große Belchen oder Grand Ballon mit seinen 1424 Metern Höhe. Ein toller Aussichtsberg, bei dem man bei gutem Wetter sogar die Alpen in Frankreich und der Schweiz erblickt. Eine Tour führt vom Großen Belchen hin zum Belchensee. Diese dauert etwas über 3 Stunden und hat eine Länge von 8,8 Kilometern. Zwar kein absoluter Geheimtipp für Wanderwege der Vogesen, aber sehr schon gelegen inmitten des Naturpark Vogesen-Belchen. Übrigens: Der Belchensee ist gar kein natürlicher See, aber trotzdem schon über 300 Jahre alt. Angelegt 1699 vom französischen Festungsbaumeister Sébastien Vauban (1633-1707). Das aufgestaute Wasser fand seine Verwendung bei der Erbauung von Neuf-Brisach, einer von Vauban angelegten Festung.

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Wanderwege Vogesen: Eine gehobene Sommerresidenz als Ausflugsort

Wer Wanderwege der Vogesen besucht, findet entlang des Weges auch immer Gasthäuser mit bürgerlicher elsässischer Küche. Das können leckere Eintöpfe sein oder das berühmte Sauerkraut. Natürlich gibt es Flammkuchen in bester Qualität aber auch die Käseprodukte der Region lohnen einen Versuch. Der Munster-Géromé, ein Weichkäse aus den Hochvogesen, ist Feinschmeckern ein Begriff und wird gerne in den Wirtsstuben verspeist.

Ein Ort, der für kulinarische Genüsse steht, ist Le Hohwald. Ein ganz bezaubernder Ort in den Mittelvogesen, der früher sogar Prominenz wie Konrad Adenauer oder Wilhelmina, Königin der Niederlande, anzog. Was ist in der Nähe? Der Rundwanderweg Col du Kreuzweg zum Beispiel ist sehr empfehlenswert und dauert zu Fuß etwa 2:45 Stunden bei einer Länge von etwas über neun Kilometern.

Wissenswertes zu den Vogesen:

  • Bis zu 1.424 Meter hohes Mittelgebirge in Ostfrankreich
  • Etwa 8.000 Quadratkilometer groß (3 mal so groß wie das Saarland)
  • westlicher Grenzbereich der oberrheinischen Tiefebene
  • Hauptkamm bildet historische Sprachgrenze zwischen Französisch und Deutsch
  • Naturparks sind Ballon de Vosges und Vosges du Nord
  • teilt sich in einen nördlichen (nördlich des Breuschtal) und südlichen Abschnitt
  • Département Vosges ist nach den Vogesen benannt

Wanderwege Vogesen: Mittelalter-Flair auf Burgruinen

In den Vogesen können Radfahrer und Wanderer zahlreiche mittelalterliche Burgen besichtigen. Eine der wohl schönsten Wanderwege der Vogesen ist die zur Felsenburg Fleckenstein, erbaut im frühen 12. Jahrhundert und ganz nah an der Grenze zu Rheinland-Pfalz gelegen. 1689 wurde diese zerstört, aber noch immer gehört sie zu einer viel besuchten Attraktion im Nordteil der Vogesen.

Nicht weit entfernt von Froensburg aus führt ein Wanderweg zu der Burg. Er dauert gerade einmal 3 Stunden und 15 Minuten und besitzt eine Länge von 10,91 Kilometer. Mit dem Rad natürlich kürzer, aber auch für Wanderfreunde, die uralte Ruinen mögen, ist dies ein lohnenswerter Trip.

Mit dem Rad erreicht man in den Vogesen Aussichtspunkte fern jeder Zivilisation. (#2)

Mit dem Rad erreicht man in den Vogesen Aussichtspunkte fern jeder Zivilisation. (#2)

Ein Paradies auch für Radfahrer und Mountain-Biker

Freunde des Radsports finden diverse Routen in dieser bezaubernden Gegend. Egal ob sanfte Hügellandschaften oder Bergregionen, die alpinen Charakter haben. Eine der besten fürs Fahrrad geeigneten Regionen ist das Münstertal, das Breuschtal sowie das in der Nähe von Kaysersburg gelegene Weisstal. Zum Teil liegen die Strecken an hügligen Weinregionen wie der Elsässer Weinstraße. Faszinierend für Biker und Wanderer ist der Wechsel zwischen dem Waldanteil der Vogesen sowie im unteren milden Teil der Weinbau. Eine mögliche perfekte Radtour führt von Colmar im Elsass in die Wein-Regionen von Kaysersberg und Riquewihr. Die Tour ist etwas über 60 Kilometer lang und kann von routinierten Radlern in etwa vier bis fünf Stunden geschafft werden.

Wanderwege Vogesen: Der Elektromotor als Trend

Immer populärer gerade in gebirgigen Lagen werden Mountain-Bikes oder normale Räder mit Elektromotor, sogenannte E-Bikes. In den Vogesen mit ihren zahlreichen Anstiegen sind diese eine besondere Hilfe nicht nur für ältere Radfahrer. Hat man es auf einen Vogesengipfel geschafft und kann einen Singletrail entlang der Bergrücken fahren, ist das Glück eines Radlers perfekt. Später im Gefälle können diese dann die Abfahrt genießen, oft über eine halbe Stunde lang.

Ein Tipp hierfür ist die Route de Cretes mit ihrem höchsten Punkt, dem Gipfel und dem Örtchen Le Markstein auf 1.343 Metern. Übrigens auch für Wanderfans, die zunächst mit ihrem Auto zum Gipfel fahren können und anschließend dort eine Panoramawanderung genießen.

Eine Szenerie fast wie in den Alpen: Die stillen Täler der Vogesen sind ein herrlicher Kontrast zu den lebendigen Weindörfern des Elsass. (#3)

Eine Szenerie fast wie in den Alpen: Die stillen Täler der Vogesen sind ein herrlicher Kontrast zu den lebendigen Weindörfern des Elsass. (#3)

Eine ideale Region für Radfahrer, Wanderer und Autofahrer

Ein weiterer Vorschlag: Die Fahrradtour vom Urbeispass in das Tal gleichen Namens. Hier können Radler nicht nur vom rauen Mittelgebirge in liebliche Weinregionen fahren, sondern gleichzeitig das flüssige Highlight der Region genießen: Das Kirschwasser. Aber natürlich nur am Ende der Radtour. Schließlich enthält das überregional bekannte Getränk einen hohen Prozentsatz Alkohol. Die Route ist Teil der historischen Salzstraße, welche von Lothringen bis nach Deutschland führt.

Entlang des Weges können immer auch Burgen besichtigt werden wie die Hohkönigsburg als wohl bekannteste Burg der Elsass/Vogesen-Region. Irgendwann aber ist der Wein und die schmackhafte Elsässer Küche das Besondere. Nämlich dann, wenn man die schnuckeligen kleinen Dörfer durchfährt und eine Rast einlegt. Auch Sélesat am Ende der Radtour ist mit der Saint Foy-Kirche und dem Hexenturm einen Besuch wert. Das Schöne an diesen und anderen Radtouren ist ihre Kombination. Das bedeutet: Wer einmal Wanderwege der Vogesen entdecken will, legt das Fahrrad beiseite und genießt vermehrt die Landschaft. Und wer einmal überhaupt keine Lust hat, sich zu bewegen, nimmt Auto oder Busse in Anspruch. Das Netz ist gut ausgebaut und der nächste schöne Ort nicht weit.

Wanderwege Vogesen: Ein unterschätztes Mittelgebirge

Resümee: Die Vogesen sind unterschätzt. Diese Bergregion ist nicht einfach ein Anhängsel der berühmten Elsässer Weinlandschaften mit ihren kulinarischen Genüssen. Sie besitzt einen eigenen einzigartigen Charakter und ist ein Mittelgebirge, das wilder und nicht so reguliert und überlaufen erscheint wie zum Beispiel der landschaftlich ähnlich schöne Schwarzwald. Radfahrer und Wanderer haben also meistens genug Platz, um Wanderwege der Vogesen zu erkundigen und die Lebensfreude der Gegend kennen zulernen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Przemek Wedrowiec -#1: Sergei Leto -#2: U.J. Alexander -#3: MeisterS

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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