Working Class Heroes - Theater, Musik und Lesung zur Industriegeschichte
Inmitten einer bunt gemischten "Touristengruppe" reisen Zuschauer durch die Industriegeschichte der Region. Von Live-Musik begleitet, begeben sie sich auf die Spuren von Helden und Heldinnen dieser ehemaligen Orte der Arbeit. Das ist die Idee der Theaterreihe "Working Class Heroes", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) begleitend zu seiner Kulturhauptstadt-Ausstellung "Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen" (12.3.-31.10.2010, Henrichshütte Hattingen) entwickelt hat. Am 5. und 6. März feiert die gemeinsame Entdeckungsreise von Theater und Museum im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop Premiere, unter anderem mit dem Dortmunder Schauspieler Dietmar Bär, der die Vorstellung mit einer Lesung abschließt. Danach tourt das Stück durch die vier weiteren Ruhrgebietsstandorte des LWL-Industriemuseums in Bochum, Dortmund, Witten und Hattingen. Dabei erfährt es immer wieder Veränderungen.
"Mit diesem spannenden Projekt betreten wir Neuland", sagte Museumsdirektor Dirk Zache am Donnerstag (25.) bei der Vorstellung von "Working Class Heroes" in Waltrop. Das Theater biete die Möglichkeit, das zentrale Ausstellungsthema Helden aus einer ganz anderer Perspektive zu beleuchten und damit neue Denkanstöße zu geben. Die Kölner Theatermacherinnen Heike Beutel und Barbara Krott haben sich intensiv mit der Geschichte der Bergleute, Hüttenwerker und Binnenschiffer sowie den Orten ihrer Arbeit beschäftigt. Sie haben Texte gesammelt, gemeinsam mit der Abschlussklasse der Arturo-Schauspielschule Köln die Industriemuseen besucht und das Konzept entwickelt - "eine faszinierende Aufgabe", erklärt Heike Beutel. Dorothee Haddenbruch hat die Musik komponiert. Sie selbst spielt Piano an den Vorstellungsabenden, außerdem kommen Saxophon (Katharina Stashik) und Schlagzeug (Florian Dietz) zum Einsatz.
Im Schiffshebewerk Henrichenburg werden die Schauspielschüler - als Touristen verkleidet - die Besucher im Maschinenhaus empfangen. Wie aus Reiseführern lesen sie Texte, die eng mit der Industriegeschichte der Region verknüpft sind. Im zweiten Teil verdichten sich Musik und Begriffe aus der industriellen Welt zu einem "Arbeitsrhythmus". Im Mittelpunkt des Abends steht die Aufführung des Stückes "St. Barbaraspiel der Bergleute" aus den 1950er Jahren, das die Touristen auf ihrer Reise wieder entdecken. Zeitgenössische Quellen und Beschreibungen vergangener Arbeitswelten werden im anschießenden Teil theatralisch umgesetzt.
"Im Schiffshebewerk werden Arbeit und Leben am Wasser eine herausragende Rolle spielen, an den anderen Standorten des Industriemuseums kommen dann Szenen aus der Arbeitswelt der Bergleute und Hüttenwerker dazu", erläutert Heike Beutel. Der Höhepunkt der Zeitreise ist zugleich ihr Abschluss: Die Schauspieler Dietmar Bär oder Christian Tasche, bekannt als Kommissar Schenk bzw. Staatsanwalt von Prinz aus dem Kölner Tatort, treten aus der Industriekulisse hervor und erzählen von einer jungen Heldin der Gegenwart. Am zweiten Aufführungsabend im Schiffshebewerk (6.3.) übernimmt Gereon Nussbaum, der Leiter der Arturo-Schauspielschule Köln, diese Rolle.
Termine im LWL-Industriemuseum:
05.03. Fr Schiffshebewerk Henrichenburg 19.30 Uhr (special guest: Dietmar Bär)
06.03. Sa Schiffshebewerk Henrichenburg 19.30 Uhr (special guest: Gereon Nuss-
baum)
14.05. Fr Zeche Zollern 19.30 Uhr (special guest: Dietmar Bär)
15.05. Sa Zeche Zollern 19.30 Uhr (special guest: Christian Tasche)
16.05. So Zeche Zollern 18.30 Uhr (special guest: Christian Tasche)
04.06. Fr Zeche Nachtigall 19.30 Uhr (special guest: Dietmar Bär)
05.06. Sa Zeche Nachtigall 19.30 Uhr (special guest: Christian Tasche)
18.06. Fr Zeche Hannover 19.30 Uhr (special guest: Dietmar Bär)
20.06. So Zeche Hannover 18.30 Uhr (special guest: Christian Tasche)
02.07. Fr Henrichshütte Hattingen 19.30 Uhr (special guest: Dietmar Bär)
03.07. Sa Henrichshütte Hattingen 19.30 Uhr (special guest: Christian Tasche)
Dauer: ca. 90 Min
Kosten: 12 Euro, ermäßigt 9 Euro
Tickets
für die Veranstaltungen können telefonisch an den Museumsstandorten reserviert werden (Schiffshebewerk Henrichenburg, Tel. 02363 9707-0) oder
im Vorverkauf über NRW-Ticket:
- Telefonisch aus dem Inland: 0180 500 18 12 (Festpreis 14 Cent/Minute, Mobilfunk abweichend)
- per Internet: www.nrwticket.de
- postalisch: NRW Ticket GmbH, Adenauerallee 131, 53113 Bonn
- in den bekannten Vorverkaufsstellen und TUI-Reisebüros
Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe
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