Wirtschaftlicher Wandel fördert kreatives Kulturschaffen

20.10.2009 | Frankfurt
Der Strukturwandel von der Industrie zum Dienstleistungssektor hat in Deutschland viele kreative Kräfte frei gesetzt: Fabrikhallen wurden zu Theatersälen, ehemalige Arbeiterviertel zu Zentren alternativen Kunstschaffens. Dadurch hat sich zusätzlich zu den großen Museen und Konzerthäusern eine moderne Kunstszene etabliert, die vor allem junge Gäste nach Deutschland zieht.

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel im Ruhrgebiet, das als RUHR.2010 im nächsten Jahr europäische Kulturhauptstadt sein wird. Doch auch andere Städte und Regionen Deutschlands haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt und zu kreativen Zentren entwickelt. Unter dem Motto "Creative Germany" bewirbt die DZT im Jahr 2010 weltweit das junge kreative Reiseland Deutschland. "Ehemalige Industrieregionen wie das Ruhrgebiet sind Vorreiter der Industriekultur, ländlich geprägte Gebiete führend in modernen Technologien. "Created in Germany" wird in jeder Hinsicht zum weltweit anerkannten Markenzeichen - mit großen Auswirkungen auf den internationalen Tourismus", so Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). Beispiel Greifswald: Nach der Wiedervereinigung hat sich die traditionsreiche Hanse- und Universitätsstadt an der Küste auf neue Technologien verlegt. Heute ist sie ein international bedeutender Standort für Forschung und Lehre und die jüngste Stadt in Ostdeutschland: Jeder vierte Greifswalder ist zwischen 18 und 30 Jahre alt. Dementsprechend lebhaft ist die Kunst- und Kulturszene des malerischen Ortes: So sind hier zum Beispiel seit 1993 die "Tanztendenzen" zu Hause. Das jährlich stattfindende Festival für zeitgenössischen Tanz ist eine Plattform für junge Choreographen aus aller Welt und macht zeitgenössische Akzente im Bereich des Tanzes einer breiten Öffentlichkeit zugänglich (www.tanztendenzen.de). Das Saarland setzt heute erfolgreich auf Informatik, sowie Nanound Biotechnologie. Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte ermöglichen kreativ gestaltete Industriedenkmäler wie das UNESCO-Welterbe Völklinger Hütte: Die Roheisenproduktionsanlage wurde als erstes Industriedenkmal in die UNESCOWelterbeliste aufgenommen. Vom Ideenlaboratorium über ein Science Center bis zum "Paradies" ist Industriekultur in einer völlig neuen Dimension erlebbar (www.voelklinger-huette.org). Weitere kulturell bedeutende Orte der industriellen Vergangenheit erschließen Routen der Industriekultur. Im Ruhrgebiet, im Saarland, in Sachsen-Anhalt, in der Lausitz sowie rund um Aachen verbinden die teils länderübergreifenden Routen Sehenswürdigkeiten vom aus dem Tagebau entstandenen modernen Landschaftspark bis zur Bergwerksbahn. Hier wird der Förderturm durch Lichtspiele zum Kunstobjekt, die Fabrik zum lebendigen Museum (www.erih.net). In Hannover hat sich auf dem Gelände einer ehemaligen Bettfedernfabrik ein Kulturzentrum etabliert: "Faust" liegt im Herzen des hannoverschen Stadtteils Linden und bietet seit 17 Jahren auf über 6.300 Quadratmetern eine vielseitig nutzbare Infrastruktur für Kunst, Kultur, Bildung und Soziales. Im Mittelpunkt des Veranstaltungsprogramms stehen nationale und internationale Künstler ebenso wie die Präsentation und Förderung hannoverscher und regionaler Künstler und Nachwuchs-Bands (www.faustev.de). In vielen deutschen Großstädten haben sich zudem abseits der Zentren ehemalige Arbeiterviertel durch ihre multikulturell geprägten Bewohner ein einmaliges Ambiente entwickelt, das alternative Künstler inspiriert. So machen Szenekneipen, Off- Theater, Boutiquen und kleine Galerien Gebiete wie das Karolinen- und das Schanzenviertel in Hamburg, Friedrichshain in Berlin oder Ehrenfeld in Köln heute zu Knotenpunkten innovativer Kultur in Deutschland.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.

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