Mailänder Scala: die Schaffensstätte des Giuseppe Verdi

26.02.2010 | Friedberg
Er wurde am 10. Oktober 1813 in einfachen Verhältnissen in Roncole im französisch besetzten Herzogtum Parma geboren und war zuerst Schüler des Organisten im nahe gelegenen Busseto. Nachdem er 1832 vom Mailänder Konservatorium abgewiesen worden war, wurde er durch die Unterstützung des Kaufmanns Antonio Barezzi Privatschüler des Mailänder Komponisten Vincenzo Lavigna.

1836 wurde er Musikdirektor in Busseto und heiratete Barezzis Tochter Margherita.

1839: Oberto an der Mailänder Scala

Mit 25 Jahren ging Verdi erneut nach Mailand. Dort wurde seine erste Oper Oberto an der Scala im Jahr 1839 mit mäßigem Erfolg aufgeführt. Sein nächstes Werk, die komische Oper Un giorno di regno (1840; König für einen Tag) erwies sich als Fehlschlag, worauf Verdi, der zudem den Tod seiner Frau und zweier Kinder betrauerte, sich entschloss, das Komponieren aufzugeben. Nach über einem Jahr gelang es jedoch dem Direktor der Scala ihn zu überreden, ein weiteres Werk zu verfassen: Nabucco (1842; Nebukadnezar). Die Oper erwies sich als Sensationserfolg. Sie handelte von der babylonischen Gefangenschaft der Juden, und die italienische Öffentlichkeit deutete sie als Metapher für den Freiheitskampf gegen die österreichische Vorherrschaft in Norditalien. I Lombardi (1843; Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug) und Ernani (1844), die sich als große Erfolge herausstellten, folgten, aber von den nächsten elf Opern Verdis gelangten nur Macbeth (1847) und Luisa Miller (1849; Luise Miller) in das Standardrepertoire der Opernhäuser. Verdis drei folgende Werke Rigoletto (1851), Il Trovatore (1853; Der Troubadour) und La Traviata (1853) gelangten zu internationalem Ruhm und gehören noch immer zu den beliebtesten Opern überhaupt.

Zu den in seiner Lebensmitte komponierten Opern zählen Un ballo in maschera (1859; Ein Maskenball), La forza del destino (1862; Die Macht des Schicksals) und Don Carlo (1867). In diesen Opern zeigt sich eine größere Meisterschaft in der musikalischen Ausformung der Charaktere und eine stärkere Betonung der Rolle des Orchesters als in seinem Frühwerk.

Mailand 1871: Verdi komponiert die Aida zur Eröffnung des Suezkanals

Aida (1871), die wohl berühmteste Oper Verdis, die ebenfalls aus diesem Zeitraum stammt, wurde vom Khediven von Ägypten zur Feier der Eröffnung des Suezkanals in Auftrag gegeben. Die Uraufführung fand in Kairo statt. Zwei Jahre später komponierte Verdi sein bedeutendstes Werk außerhalb des Opernschaffens, die Messa da Requiem, zum Gedenken an den italienischen Schriftsteller und Freund Alessandro Manzoni (eine Fassung des Libera me hatte Verdi bereits für Rossinis Begräbnis geschrieben, der 1868 gestorben war). Darüber hinaus schrieb Verdi einige weitere Kompositionen außerhalb des Opernschaffens, wie die dramatische Kantate Inno delle nazioni (1862; Hymnus der Nationen) sowie das Streichquartett e-Moll (1873).

Im Alter von über 70 Jahren schrieb Verdi seine vielleicht kunstvollsten Opern. Otello (1887) wurde nach einem Libretto von Arrigo Boito nach Shakespeares Tragödie Othello geschrieben. Darauf folgte Verdis letzte Oper Falstaff (1893), deren Libretto ebenfalls von Boito nach Shakespeares Vorlage geschrieben worden war, und die als bedeutendste komische Oper überhaupt gilt. In den neunziger Jahren komponierte er noch zwei geistliche Werke, das Te Deum (1895) und Stabat mater (1897). Er starb am 27. Januar 1901 in Mailand.

Verdis Opernschaffen, das an seine Vorgänger Rossini, Mercadente, Donizetti und Bellini anknüpfte, wird aufgrund der Gefühlsintensität und der dramaturgischen Vollendung, der herrlichen Melodien und der psychologisierenden Charakterisierungen geschätzt. Er verwandelte die italienische Oper, die bis dahin auf traditionellen Stoffen und altmodischen Libretti beruhte, in ein einheitliches musikalisches und theatralisches Gesamtkunstwerk. Seine Opern zählen heute zu den weltweit meistaufgeführten Werken.

Quelle: Pressemeldung Veranstaltungsbüro Halbauer

Dieser Beitrag wurde bisher 131 mal gelesen.
(Rang 119 auf deutschland-traveling.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

WirtschaftsWoche mit Fokus auf den Wirtschaftsstandort Allgäu

28.10.2011 | 24-seitiges Magazin zeigt das Allgäu aus einem ungewohnten Blickwinkel

weiter in WirtschaftsWoche mit Fokus auf den ...

Ausstellung "W. Eugene Smith - Fotografien. Eine Retrospektive" nominiert für Lucie Award 2011

24.10.2011 | Die Ausstellung "W. Eugene Smith: More Real than Reality", kuratiert von Enrica Viganò (Mailand) ist für den...

weiter in Ausstellung "W. Eugene Smith - ...

Schmidt Theater und Schmidts TIVOLI im Oktober 2011

01.10.2011 | Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, noch bis zum 12. November feiern wir mit...

weiter in Schmidt Theater und Schmidts TIVOLI ...

Gäste genießen den goldenden Herbst in vollen Zügen

29.09.2011 | Nach einem durchwachsenen Sommer mit vielen "Schietwetter"-Tagen zeigt sich der Herbst nun von einer wahrlich...

weiter in Gäste genießen den goldenden Herbst ...

Deutsche Weinkönigin im WM-Fieber

15.06.2011 | Die Deutsche Weinkönigin Mandy Großgarten fiebert, wie viele andere Fußballfreunde auch, der Eröffnung der...

weiter in Deutsche Weinkönigin im WM-Fieber ...



Aktuelles

WirtschaftsWoche mit Fokus auf den Wirtschaftsstandort Allgäu

24-seitiges Magazin zeigt das Allgäu aus einem ungewohnten...

weiter ...

Neuigkeiten

Fakekennzeichnung

Das größte deutschsprachige Reiseportal geht in der...

weiter ...

Best Practice Allgäu beim Deutschen Tourismustag

Destinationsstrategie als Modell für regionale Kooperationen...

weiter ...

Weitere Themen

Neueröffnung des Sammlungsbereichs Kunst der Moderne

Abschluss der Sanierungsarbeiten Im Städel-Gartenflügel. Die...

weiter ...

Die schönsten Zugfahrten

Das Leben in vollen Zügen genießen, lautet die Devise. Ob...

weiter ...

Archiv

Ausstellung Stiller Widerstand. Russischer Piktorialismus 1900- 1930

Im Rahmen der "Moskauer Tage in Berlin", die anlässlich des...

weiter ...

Deutsche Amateur- Ranglistensieger 2011: Popov und Schneider

Die zwei herausragenden Namen des deutschen Amateurgolfs im...

weiter ...