Historisches Mainz: Großzügige Spender machen Mainzer Geschichte sichtbar

18.11.2009 | Mainz
Tafel der IHK für Rheinhessen informiert über Fremdenbau des Weißfrauenklosters / Peek & Cloppenburg und Kolpingfamilie dokumentieren Geschichte des ehemaligen Hofes "Zum Humbrecht" und Tafel von Boris Kottmann erinnert an Sergiu Celibidache

"Mainzer Geschichte sichtbar machen - unter dieses Mot-to haben wir unsere Aktion "Historisches Mainz" zur Beschil-derung der Mainzer Denkmäler, Bauten, historischen Orte und Plätze gestellt", sagte Oberbürgermeister Jens Beutel heute bei der Präsentation von drei neuen Tafeln der Rei-he "Historisches Mainz".

Die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen hat ei-ne Tafel mit Informationen über ihr Domizil, den ehemali-gen, 1718 errichteten Fremdenbau des Weißfrauenklosters gespendet. Er ist der heutige Sitz der IHK für Rheinhessen in der Schillerstraße 7. Das Unternehmen Peek und Cloppen-burg (Mainz) und die Kolpingfamilie dokumentieren mit ei-ner Tafel die Geschichte des Kolpinghauses Mainz (Ehe-mals Hof "Zum Humbrecht") in der Kappelhofstraße in der Mainzer Altstadt, erbaut 1665).Weiterhin wird auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (an der Alten Mensa/Forum) eine Tafel des Mainzers Boris Kottmann an Sergiu Celebidache (1912-1996) erinnern, den in Rumänien geborenen Musiker, Pädagogen und Philosophen, der zu den herausragenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts zählte und als Gastprofessor an der Jo-hannes Gutenberg-Universität Mainz von 1978 bis 1992 Musikalische Phänomenologie lehrte.

"Die Reihe "Historisches Mainz" ist ein Gedächtnis der Stadt Mainz", so der Oberbürgermeister: "Die Tafeln und Stelen erzählen die Bau- und die Kulturgeschichte Mainzer Denkmäler. Eine wichtige Aufgabe der Stadt." Denn "His-torisches Mainz" mache immer ein Stück Mainzer Ge-schichte sichtbar und rücke sie damit ins öffentliche Be-wusstsein: "Vor mehr als 15 Jahren begann die Umsetzung der Aktion mit großer Unterstützung von Mainzer Unter-nehmen, Institutionen. Und in den vergangenen Jahren, was mich besonders berührt, auch immer stärker durch Privatpersonen", sagte der Oberbürgermeister: "Wie tief sich viele Mainzer Bürgerinnen und Bürger aber auch zahlreiche Unternehmen und Institutionen mit unserer Stadt verbunden fühlen, das zeigt sich also gerade an ihrem großen Engagement für die Reihe "Historisches Mainz"".

Der Präsident der IHK für Rheinhessen, Dr. Harald Augter, legt dar, weshalb die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen manche Bemühung der Mainzer Bürgerschaft unterstützt, stadthistorisch wertvolle Kulturgüter und Bau-denkmäler zu erhalten: "Das Angebot an Kunst, Kultur, Ar-chitektur und Bildung, das eine Kommune vorhält, sind weiche Standortfaktoren, die eine Stadt als Ansiedlungsort für Unternehmen und Investoren interessant machen kön-nen. Spitzenmanager lassen sich leichter gewinnen, je hö-herwertig das urbane Umfeld ist. Mainz kann neben vielem Anderen mit den architektonischen Zeugnissen einer 2.000-jährigen Geschichte aufwarten und sollte diesen Reichtum sichtbar machen." Der IHK-Präsident erinnerte an namhafte Spenden aus der Wirtschaft in jüngster Zeit, etwa zum Erhalt der Mainzer Rheintore. Dass sich die IHK für Rheinhessen nun auch an ihrem Sitz im ehemaligen Fremdenbau des Weißfrauenklosters am Projekt "Histori-sches Mainz" beteiligt, unterstreicht nach den Worten Augters zusätzlich ihre besondere Stellung als drittälteste Handelskammer Deutschlands.

""Historisches Mainz" ist ein Erfolg. Die gute Resonanz auf diese Aktion zeigt, dass die Geschichte unserer Stadt le-bendig ist", so die Bilanz von Oberbürgermeister Beutel, der den Spendern der heute präsentierten Hinweistafeln für ihre Unterstützung dankte: "Die von Ihnen gespende-ten Tafeln halten das Interesse an diesen Bauten und Denkmälern und unserer Aktion wach. "Wir können stolz auf das Erreichte sein", so Oberbürgermeister Jens Beutel. Mehr als 150 Tafeln und Stelen mit der Überschrift "Histori-sches Mainz" wurden bereits mittlerweile in enger Koope-ration zwischen Denkmalpflege, Stadtarchiv und Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mainz realisiert. OB Beutel: "Und natürlich dürfen es gerne noch mehr werden:"

Das moderne, qualitativ hochwertige Beschilderungssys-tem und das einheitliche Gestaltungsprogramm, das auch die stadtbildpflegerischen Aspekte berücksichtigt, wurde eigens von dem Grafiker Horst Möbes in Zusammenarbeit mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit für die Reihe "Histori-sches Mainz" entwickelt. Die Hinweistafeln enthalten In-formationen wie Name, Daten, Baustil, Informationen über bedeutende Entwicklungen oder auch Ereignisse aus der Stadtgeschichte, an die dieses Denkmal erinnert oder die in diesem Gebäude stattgefunden haben. Wo es not-wendig und sinnvoll erscheint, werden Rekonstruktions-zeichnungen, Grundrisse oder auch Querschnitte der Ge-bäude dargestellt.

Im Rahmen der Reihe wurden die 2000 Jahre Stadtge-schichte in sechs große, farblich definierte Kapitel unter-teilt: die römische Zeit (rot), das Mittelalter (gelb), die Neu-zeit (dunkelblau), das 19.Jahrhundert (grün), das 20. und 21. Jahrhundert (hell-blau) sowie das Kapitel "Gedenken-Mahnen-Handeln" (anthrazit). Die Kosten für eine Denk-malpatenschaft reichen von der kleinen Hinweistafel für 250 Euro bis hin zur größten Stele für 2.000 Euro einschließ-lich Bodenarbeiten und Verankerung.

Quelle: Pressemeldung Stadt Mainz

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