Fokus auf Musik aus kontrastierenden Welten

15.01.2009 | Berlin
Junges Russland und amerikanische Avantgarde beim Festival MaerzMusik 2009 in Berlin

Vom 20. bis 29. März 2009 findet MaerzMusik in Berlin statt - das internationale Festival für aktuelle Musik unter dem Dach der Berliner Festspiele. Das diesjährige Festivalprogramm thematisiert die ästhetischen Dimensionen Reduktion, Struktur und Dekonstruktion. Viele der ausgewählten Werke, gegründet auf einer klaren konzeptuellen Idee, sind geprägt von scheinbarer Einfachheit und manchmal verstörender Kargheit des musikalischen Materials; wieder andere betreiben, teils mit radikalen Mitteln, die Anverwandlung und Zersetzung historischer Bezüge. Die Gegenüberstellung überwiegend junger Komponistinnen und Komponisten aus Russland, Armenien und Zentralasien mit den wichtigsten Vertretern der "klassischen" amerikanischen Avantgarde bildet die polare Klammer des Festivals.

In den mehr als 30 Veranstaltungen sind Schlüsselwerke der neueren Musikgeschichte neben noch gänzlich Unbekanntem zu erleben. Experimentelle Performances stehen vor allem im Programm der Sonic Arts Lounge im Zentrum; Kammermusik und Ensemblewerke, aber auch groß angelegte Kompositionszyklen kommen an verschiedenen Orten in ganz Berlin zur Aufführung. So erklingt zur Eröffnung des Festivals am 20. März im Haus der Berliner Festspiele der gewaltige vierteilige Zyklus Erewhon von Hugues Dufourt für sechs Schlagzeuger und 150 Instrumente. Daran knüpfen die Konzerte mit Steve Reichs Drumming im Kammermusiksaal und mit dem riesigen Makrokosmos des Mystikers George Crumb im Radialsystem V an. Erstmalig wird die große Orchestertrilogie … auf … von Mark Andre in ihrer Gesamtheit zu erleben sein, interpretiert vom SWR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Sylvain Cambreling in der Philharmonie.

11 Werke - meist Auftragsarbeiten von MaerzMusik 2009 - werden in diesem Jahr uraufgeführt, u.a. der amerikanischen Komponisten Christian Wolff und Alvin Lucier sowie des jungen Moskauer Komponisten Dmitri Kourliandski. Er steht zusammen mit dem russischen Komponistennetzwerk StRes im Zentrum des Konzerttages im Jüdischen Museum. 22 Stücke feiern ihre deutsche Erstaufführung: Kammermusik von Ben Johnston und Steve Reich, Ensemblestücke von Franck Bedrossian, Boris Filanovski, Jamilia Jazylbekova und Petros Ovsepyan, Musik für Stimme und Ensemble von Robert Ashley und Sergej Newski, ein Klavierkonzert von Beat Furrer und eine Episodenkomposition der amerikanischen Komponisten David Lang, Michael Gordon und Julia Wolfe.

Während des gesamten Festivals werden ausgezeichnete Interpreten zeitgenössischer Musik aus aller Welt auftreten: Les Percussions de Strasbourg, Ictus Ensemble Brüssel, Nieuw Ensemble und Ensemble MAE aus Amsterdam, Moscow Contemporary Music Ensemble, eighth blackbird Chicago, Quatuor Bozzini Montreal, der Schlagzeuger Vladimir Tarasov, die Bratschistin Kim Kashkashian, der Posaunist Frederic Belli u.v.a. Die Sängerin Salome Kammer und die Geigerin Carolin Widmann werden szenisch die Kafka-Fragmente von György Kurtág im Hebbel am Ufer (HAU 1) präsentieren.

Quelle: Pressemeldung Berliner Festspiele

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