Bewusstsein schaffen für eine einzigartige Landschaft
Rund 120 Gäste folgten der Einladung in das Columbia Hotel Wilhelmshaven, um sich über das neuernannte Weltnaturerbe und die Möglichkeiten der touristischen Vermarktung zu informieren.
Über die Bedeutung einer solchen Auszeichnung und die damit verbundene Verantwortung sprach Jens Enemark, Leiter des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats, im ersten Vortrag des Tages. Enemark gilt als einer der Urväter und Initiatoren des neuernannten Naturerbes und beschrieb in seinem Vortrag den fast 20jährigen Prozess von der ersten Anmeldung des Wattenmeeres beim UNSECO-Welterbekomitee bis zu dessen Ernennung im Juni 2009. Seinen Vortrag schmückte der gebürtige Däne dann auch mit eindrucksvollen Bildern dieser naturbelassenen Landschaft. Mit dieser Auszeichnung stehen die jeweiligen Institutionen vor vielen Herausforderungen, um sowohl den touristischen Aspekten als auch dem Naturschutz gerecht zu werden. Dabei sei es wichtig mit allen Partnern entlang der deutsch-niederländischen Küste gut und konstruktiv zusammenzuarbeiten, so Enemark.
Prof. Enno Schmoll von der Jade Hochhochschule Wilhelmshaven ging in seinen Ausführungen auf die Perspektiven eines nachhaltigen Tourismus ein. Den Urlaubern an der Nordsee müsse das Wattenmeer in seiner ganzen Artenvielfalt durch entsprechende Angebote bewusst erlebbar gemacht werden. Eine sinnvolle und erlebnisreiche Gestaltung der touristischen Angebote stehe dabei im Fokus. "Die Nordsee als potentielle Modellregion für nachhaltigen Tourismus" zu etablieren sei eine Chance, die nicht ungenutzt bleiben dürfe, so Schmoll in seinen Ausführungen.
Oliver Melchert, Geschäftsführer der Nordsee GmbH, referierte über die Möglichkeiten einer touristischen Vermarktung des Wattenmeeres. Er wies insbesondere darauf hin, dass das noch unbekannte Thema "Weltnaturerbe Wattenmeer" emotional aufgeladen werden müsse, um es zu vermitteln. "Es ist deshalb wichtig, eine Informationsbasis mit allen Wattenmeer-Partner vor Ort aufzubauen", so Melchert weiter. Er informierte auch über bereits angelaufene Projekte und zukünftige Ziele.
Daran anknüpfend erläuterte Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, die Etablierung eines Qualitätstourismus für das Weltnaturerbe. Dieser gewinne zunehmend an Bedeutung. Im Hinblick auf den Schutz des Wattenmeeres sei die Entwicklung ökologisch sinnvoller Angebote unumgänglich. Die Nationalparkverwaltung habe es sich zur Aufgabe gemacht, dafür entsprechende Kriterien zu erarbeiten. Auch die Bereitstellung spezieller zertifizierter Weltnaturerbeangebote in Zusammenarbeit mit den einzelnen Destinationen hält er für umsetzbar.
Zum Abschluss der Veranstaltung referierte Daniel Amersdorffer vom Institut für eTourismus über die Bedeutung sozialer Netzwerke im Internet. "Eine Internetseite ist als Informationsplattform nach wie vor wichtig, benötigt jedoch zunehmend Begleitmaßnahmen", so Amersdorffer. Im Speziellen ging er auf das seit 2006 in Deutschland bekannte Twitter (engl. zwitschern) ein. Interaktive Netzwerke dieser Art finden unter touristischen Einrichtungen immer mehr Zuspruch. Auch das Weltnaturerbe Wattenmeer ließe sich thematisieren.
"Wir sind hochzufrieden und begeistert von der Veranstaltung. Auf die informativen und zugleich interessanten Vorträge haben wir von unseren Gästen ein sehr positives Feedback bekommen", so Ambrosy und Melchert nach der Veranstaltung.
Quelle: Pressemeldung Die Nordsee GmbH
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