Allegorie des Sports - Coubertin-Gemälde kommt in die Helden-Ausstellung

05.05.2010 | Münster
LWL-Industriemuseum zeigt die "Allegorie des Sports"

Seit Mittwoch (5.5.) ist die Ausstellung "Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen zeigt, um ein spektakuläres Original reicher: Die "Allegorie des Sports" (1896) von Charles des Coubertin.

Die "Allegorie des Sports" ist ein Gemälde, auf dem richtig etwas los ist: Götter, Sportler, Tempel und der Eiffelturm sind darauf zu sehen. Im März und April hing in der Helden-Ausstellung eine Replik des skurrilen Bildes. "Wir hatten uns um das Original bemüht, das derzeit in Europa unterwegs ist", berichtet Kurator Robert Laube. Zunächst ohne Erfolg, denn das Gemälde des französischen Barons sollte von Warschau direkt nach Norwegen geschickt werden. Zum Jahreswechsel kam dann die frohe Kunde vom Leihgeber, dem Olympischen Museum Lausanne in der Schweiz: Die "Allegorie" stehe ab Anfang Mai nun doch zur Verfügung. Jetzt konnte die Replik durch das Original ersetzt werden. Projektleiter Dietmar Osses: "Das Originale macht einen Gutteil der Faszination von Ausstellungsstücken aus. Pierre de Coubertin, Gründer der modernen Olympischen Bewegung, hatte zeitlebens dieses Original-Gemälde seines Vaters über seinem Schreibtisch hängen."

Eine Bildbeschreibung

Charles de Coubertin (1822-1908) galt als eher modischer Maler mit Hang zu mystischen Genres. Ins Zentrum seines Gemäldes setzte er Athene vor den Erechtheion, dem Tempel kultischer Verehrung von Göttern und Helden auf der Akropolis. Das Volk jubelt, Eros hält Kränze bereit, mit denen Athene wackere Sportsmänner ehrt: Ein Rugby-Spieler, ein Fechter, Polospieler, Radfahrer, Ruderer ... Sportarten, wie sie um 1896 in besseren Kreisen Mode waren. Über der Szene schwebt in sphärischem Licht Apoll, Gott der Künste und Weissagungen. Er weist in die Ferne, wo sich die Silhouette des Eiffelturms erhebt. "Coubertin stellt die von seinem Sohn angeregten ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen 1896 in unmittelbaren Bezug zu Antike und klassischer Götterwelt", erläutert Laube. "Der Hinweis auf Paris mag Vorschau auf die Spiele im Jahr 1900 sein." Vater und Sohn teilten ein verklärtes Bild der Antike, Patriotismus und Begeisterung für vornehmlich britische Sportarten. "Das erklärt die wüste Mischung der Motive in der Allegorie des Sports", ergänzt Osses.

Von Nagel zu Nagel

Während Mitarbeiter des Kunstspediteurs "Hasenkamp" am Mittwoch die maßgefertigte Holzkiste öffneten, studierte Restauratorin Anne Bodenbinder vom LWL-Industriemuseum den Zustandsbericht aus Lausanne. Vorsichtig wurde das Gemälde von seiner Verpackung befreit, kritische Blicke glichen Bericht und Befund ab. Das ist unter anderem wichtig für die Versicherung, die lückenlos für das Gemälde "von Nagel zu Nagel" abgeschlossen werden muss. "Noch bis Ende Oktober können unsere Gäste nun dieses eindrucksvolle Exponat im Original bewundern. Dann läuft die gleiche Prozedur für den Rücktransport nach Lausanne an", erklärt Bodenbinder. 850 Exponate haben so den Weg in die Hattinger "Helden"-Ausstellung gefunden

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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